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Stadt will Hotel am Terrassenufer abreißen

Das Rathaus hat widerständigen Besitzer des Plattenbaus verklagt. Im Februar soll das Gericht über den Streitfall entscheiden.

Der Streit zwischen dem Rathaus und Hotelbetreiber Max Trapp geht in eine neue Runde. Am 11. Februar soll die Klage der Stadt vor der 3. Kammer des Dresdner Verwaltungsgerichts verhandelt werden. Dies teilt Gerichtssprecher Robert Bendner mit. Anscheinend sind alle gütigen Einigungsversuche zwischen den Parteien gescheitert. Die Stadt will das Hotel am Terrassenufer abreißen lassen.

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Hotel-Besitzer Trapp lehnt dies jedoch kategorisch ab. Im November 2011 beschloss der Stadtrat deshalb, den Abriss vor Gericht einzuklagen. Doch mit dem Gerichtstermin kommt erst jetzt Bewegung in die Angelegenheit. Der Hotel-Plattenbau am Terrassenufer sollte laut dem Notarvertrag aus dem Jahr 1993 bereits 2008 abgerissen werden. Trapp weist das zurück. Seinen früheren Äußerungen zufolge sei der Vertrag nie zustandegekommen, die Stadt habe zu spät unterschrieben. Als Alternative wollte der Hotel-Chef lieber mehrere Millionen Euro in die Sanierung des DDR-Plattenbaus investieren und dem Haus eine barocke Fassade geben. Im Stadtrat holte er sich für diese Pläne jedoch eine deutliche Abfuhr – und handelte sich die Klage ein.

Trapp selbst wollte sich auf SZ-Anfrage mit Verweis auf das laufende Gerichtsverfahren am Freitag nicht dazu äußern. Bisher war es ihm jedoch immer wieder gelungen, den von der Stadt geforderten Abriss des Vier-Sterne-Hotels zu verhindern. Trapp hatte das 1964 fertiggestellte Hochhaus am Terrassenufer vor 20 Jahren gekauft. Die Nutzung als Hotel war zunächst auf zehn Jahre befristet. Danach sollte der Plattenbau fallen. Eine im Kaufvertrag festgehaltene Option sicherte ihm jedoch weitere fünf Jahre zu. Dennoch hätte er spätestens 2008 abreißen müssen. Doch Trapp weigerte sich und betrieb das Hotel einfach weiter. Immerhin befindet sich das Haus in bester Lage am Terrassenufer mit Blick auf die Altstadt und die Anlegestellen der Sächsischen Dampfschiffahrt.

Im November 2011 war die Geduld des Stadtrates zu Ende. Trapp habe den Vertrag zu erfüllen. Punkt. Wenn nicht freiwillig, dann auf dem Weg der Klage, so das Votum der Räte. Denn für das Gebiet zwischen Terrassenufer und Ziegelstraße gibt es längst Pläne für eine Umgestaltung. Auf dem Hotel-Areal sollen neue Gebäude gebaut werden können. Die sich später besser in die Stadtsilhouette einfügen und nach heutiger Lesart nicht verschandeln wie der Plattenbau. Dazu ist bereits seit mehreren Jahren geplant, das Elbufer östlich der Carolabrücke neu zu gestalten. Unter anderem ist eine Kultureinrichtung vorgesehen. Trapp lassen die Pläne offenbar kalt, denn das Hotel dürfte eine Goldgrube für den Eigentümer sein. Zudem unterlief er die Bemühungen der Stadt immer erfolgreich. Deshalb hat er in diesem Jahr nach der Flut noch einmal einen sechsstelligen Betrag in den Plattenbau investiert. Ob das Gericht das so sieht wie der Besitzer, zeigt sich dann im Februar.

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