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Stadt will Sozialarbeiter vor Netto

Hunderte Schnapsflaschen im Gebüsch vor dem Einkaufsmarkt in Kamenz sind nicht das einzige Problem. Die Leute, die sie täglich leeren, manchmal auch.

© René Plaul

Von Ina Förster

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Kamenz. Am Lesertelefonhatte Günter Schneider kürzlich den Zustand hinter dem Netto in Kamenz-Ost kritisiert (SZ vom 31.Januar). Das Problem: Die trinkfeste Kundschaft schmeißt dort regelmäßig Hunderte von leeren Pullis, große Schnapsflaschen sowie anderen Unrat ins Gebüsch. Wer könnte hier Abhilfe schaffen? Die Stadtverwaltung gar? „Vorweg ist festzustellen, dass es natürlich nicht richtig ist, dass an dieser Stelle die Flaschen entsorgt werden und wenn schon getrunken wird, sollte es doch möglich sein, die Flaschen bis zum Container zu bringen“, sagt Stadtsprecher Thomas Käppler auf Nachfrage. „Im Übrigen haben unsere Vollzugsbediensteten schon mehrmals vor Ort für Ordnung gesorgt, was – wie man sich vorstellen kann – keine angenehme Aufgabe ist.“ Auch Leser Günter Schneider wird gedankt, dass er in der Vergangenheit zum Teil Flaschen selber weggeräumt hat. „Respekt! Wir werden an den Eigentümer des Geländes herantreten, damit er mit geeigneten Maßnahmen für Ordnung sorgt“, heißt es aus dem Rathaus. Außerdem soll im Rahmen des Europäischen Sozialfonds ESF ein Projekt angeschoben werden, das genau solche sozialen Brennpunkte gezielt bekämpft beziehungsweise dagegen vorgeht. Ziel ist es, dass der Brennpunkt vor dem Netto-Markt beispielsweise durch die Betreuung eines Sozialarbeiters entschärft wird. Viele Kunden meiden unterdessen sogar schon den Platz und gehen nicht mehr gern dort einkaufen. Im gesamten Bereich Fichtestraße und Geschwister-Scholl-Straße sowie Jesauer Straße habe sich nämlich leider ein Treffpunkt etabliert, an dem sich täglich ein gleicher Personenkreis trifft. Auch Norma hat bereits Platzverweise erteilt. Bis zur Oberschule an der Saarstraße zieht sich das Problem hin.

Erste Bewerbungen liegen vor
„Hier ist durchaus in der letzten Zeit eine Situation entstanden mit hohem Gefährdungspotential für den sozialen Frieden“, so Stadtsprecher Thomas Käppler. „Die Ausschreibung für die Stelle für Sozialarbeit ist bereits angelaufen. Und das Erfreuliche: Erste Bewerbungen liegen sogar schon vor. Auch auf Facebook diskutieren viele Kamenzer ungehalten über das Problem mit. Ein Sozialarbeiter wäre zumindest ein erster Anfang.