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„Stadt wird Aufmerksamkeit guttun“

Jenny Böttcher koordiniert die Vorbereitungen für eine Kulturhauptstadtbewerbung Zittaus. Die SZ spricht mit ihr darüber.

© Vanessa Thiel

Von Mario Heinke

Zittau. Die erste Personalentscheidung zur Vorbereitung der Bewerbung um den Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2025“ hat Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) bekannt gegeben. Die als Frontfrau der Band „Jenix“ bekannte Jenny Böttcher wird dabei aktiv mitwirken. Die SZ sprach mit der 29-Jährigen darüber, wie sie die Herausforderung annimmt.

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Frau Böttcher, wie kam es dazu, dass Sie jetzt bei der Kulturhauptstadtbewerbung mitarbeiten?

Ich habe im September mein Studium der Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften an der Technischen Universität abgeschlossen, wollte mich neu orientieren und habe die Initiative ergriffen und mich bei der Stadt beworben.

Haben Sie schon eine genaue Vorstellung davon, was da auf Sie zukommt?

Ja, ich denke schon. Ich sehe die Aufgabe als Herausforderung an. Seit bekannt geworden ist, dass Zittau sich mit den Partnern im Umland eventuell um den Titel bewerben will, haben sich viele Akteure gemeldet, Kooperationen und Hilfe angeboten. Ich sehe meine Aufgabe neben der Öffentlichkeitsarbeit, der Recherche und dem Knüpfen von neuen Kontakten vor allem darin, den Prozess der Bürgerbeteiligung zu koordinieren. Ich werde schauen, in welchen Bereichen es für die einzelnen Akteure, Vereine, Einrichtungen oder Unternehmen, die sich in den Prozess der Kulturhauptstadtbewerbung aktiv einbringen möchten, Anknüpfungspunkte gibt. Ich bin sozusagen der erste Ansprechpartner für alle Interessenten.

Das übergreifende Thema der Bewerbung ist bislang eher vage skizziert, wo sehen Sie die Chancen der Region?

Den Ansatz über den historischen Sechs-Städte-Bund hinaus, unsere Partner in Tschechien und Polen einzubinden, halte ich für erfolgversprechend. Dadurch bekäme die Bewerbung eine europäische Dimension, auf die es ankommt. Wir beginnen jetzt mit der konzeptionellen Arbeit, das wird sicher ein hartes Stück Arbeit. Es gilt alle wach zu kitzeln, die vor Ort bereits aktiv sind und den Prozess in eine Richtung zu lenken.

Der Schriftsteller Marko Martin fordert mit dem „pompöse Defilee von Konzepten und Ideen aufzuhören, die Millionen von EU-Steuergeld verschlingen, ohne Völker zu verbinden oder anderweitig wirklich nachhaltig zu sein“. Was sagen Sie zu solch massiver Kritik an der Kulturhauptstadtidee?

Die meisten Kulturhauptstädte haben sowohl von der Bewerbung als auch vom Titel profitiert. Görlitz ist allein durch seine Bewerbung deutschlandweit in den Fokus des Interesses gerückt. Von Graz wissen wir, dass der Titel von 2003 bis heute in der Bürgerschaft nachwirkt. Der Stadt Zittau und der Region wird etwas Aufmerksamkeit guttun.

Sie arbeiten auf Honorarbasis, wie viel Zeit beansprucht der Job?

Es ist ein Vollzeitjob, viele Termine sind in den Abendstunden oder am Wochenende.

Wie geht es mit „Jenix“ weiter?

Wir proben fleißig weiter und bereiten die Saison vor. Im März geben wir unsere diesjährigen Konzerttermine auf der Homepage und bei Facebook bekannt.