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Stadtentwässerung will mehr Strom erzeugen

Deshalb soll im Klärwerk Kaditz trotz der Erweiterung nicht mehr Energie als bisher verbraucht werden.

Die Faultürme im Klärwerk Kaditz produzieren reichlich Strom.
Die Faultürme im Klärwerk Kaditz produzieren reichlich Strom. © Stadtentwässerung Dresden

Die biologische Reinigung des Klärwerks Kaditz ist bis zum vergangenen Jahr stark erweitert worden. Zuvor fassten die Becken rund 96 000 Kubikmeter Abwasser. Jetzt ist die Kapazität um die Hälfte gestiegen. Denn hinzugekommen sind je zwei Reinigungs- und Verteilerbecken mit einem Fassungsvermögen von 48 000 Kubikmetern. „Unser Ziel ist es, dass wir trotz der Erweiterung nicht mehr Strom verbrauchen als bisher“, so Ralf Strothteicher, technischer Geschäftsführer der Stadtentwässerung.

In der Einlaufphase würden die technischen Anlagen in der biologischen Reinigung noch optimiert. Die Hauptarbeit leisten Mikroorganismen. Durch die Belüftungsteller wird in den Belebungsbecken Luft ins Abwasser geblasen. Sie aktiviert die Mikroorganismen. Bewegt wird das Abwasser durch das Wand-Labyrinth von großen Rührwerken, die Propellern gleichen. „Wir sind dabei, in der biologischen Reinigung alles genau einzustellen“, sagt Strothteicher. In drei bis vier Monaten soll das beendet sein. Erfreulich sei, dass mit 24,4 Millionen Euro über eine Million weniger als geplant für die erweiterte biologischen Reinigung investiert werden musste.

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Die Anlagen im Klärwerk verbrauchen rund 23 500 Megawattstunden (MWh) im Jahr. „Etwa 80 Prozent davon erzeugen wir selbst“, erklärt er. Das sind fast 19 000 MWh jährlich. So wird das in den Faultürmen entstehende Gas genutzt, um in Blockheizkraftwerken Strom und auch Wärme zu erzeugen. Zudem gibt es am Auslauf zur Elbe eine kleine Wasserkraftanlage. Durch verschiedene Schritte will die Stadtentwässerung in den nächsten Jahren erreichen, dass der gesamte fürs Klärwerk nötige Strom selbst erzeugt wird. „Wir prüfen dafür unterschiedliche Möglichkeiten“, sagt Strothteicher. 

Eine davon ist, dass durch die Annahme weiterer Bio-Abfälle in den Faultürmen noch mehr Energie erzeugt werden kann als bisher. Geprüft werde auch, die Photovoltaikanlage zur Gewinnung von Solarstrom auszubauen, nennt er ein weiteres Beispiel. Dieses Jahr werde über konkrete Schritte entschieden.

Allerdings sollte die Stadtentwässerung auch motiviert werden, für die Erreichung solcher Klimaschutzziele zu investieren. Deshalb sollte der selbst erzeugte Strom von der Stromsteuer befreit werden. Das Hauptzollamt hatte aber verlangt, dass die Stadtentwässerung sie ab 2017 zahlt. Gegen den Steuerbescheid hatte das Unternehmen Widerspruch eingelegt.