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Dresden

Stadtfest-Schläger kommen vor Gericht

Zwei Männer müssen sich für einen Überfall auf Ausländer am Dresdner Elbufer verantworten. 

Die Tat ereignete sich auf 2016 auf dem Dresdner Stadtfest.
Die Tat ereignete sich auf 2016 auf dem Dresdner Stadtfest. © Archivbild: Andreas Weihs

Christian L. (30) und René H. (33) stehen bereits seit November 2018 wegen rechtsextremer Überfälle mit der „Freien Kameradschaft Dresden“ (FKD) im Jahr 2015 vor dem Landgericht Dresden. 

Jetzt kommt eine weiterer Prozess für die beiden Dresdner dazu: der gezielte nächtliche Überfall auf rund zehn Ausländer auf dem Dresdner Stadtfest im August 2016. Mehrere Asylbewerber wurden von etwa zwei Dutzend schwarz gekleideten Tätern aus heiterem Himmel am Elbufer angegriffen und zum Teil schwer verletzt. Die Angreifer haben als „Bürgerwehr“ gezielt Jagd auf Ausländer gemacht, heißt es über die Tat in einer Anklage gegen einen 2018 verurteilten Komplizen. L. und H. wurde im Januar während ihres laufenden Prozesses ein Haftbefehl in diese Sache eröffnet. Ihnen wird Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

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Die Generalstaatsanwaltschaft hatte die Männer zunächst vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts angeklagt, weil sie L. sogar einen Mordversuch vorgeworfen hatte. Doch diese Beurteilung teilten die Richter nicht. Sie sahen den Vorwurf eines versuchten Mordes nicht als erfüllt an – und eröffneten das Verfahren vor einer anderen Kammer.

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Diese 15. Große Strafkammer des Vorsitzenden Christian Linhardt ist derzeit noch dabei, den Prozess zu planen – und geht dabei offenbar von einem mehrmonatigen Verfahren aus. Denn am Dienstag wurden im laufenden Prozess gegen L. und H. drei Sitzungstage zwischen dem 12. September und dem 4. Dezember dieses Jahres abgesagt – damit die Angeklagten auch ihre Stadtfest-Verhandlung besuchen können. Als Sitzungstage sollen auch Sonnabende im Gespräch gewesen sein.

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