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Stadtgeschichte im Mini-Format

Die IG Modelleisenbahn Meißen stellt zum 16. Mal im ICM aus. Besucher entdecken unter anderem ein altes Kulturhaus.

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© Claudia Hübschmann

Von Marcus Herrmann

Meißen. Am kommenden Wochenende geht es wieder los: dann können Modellbahn-Enthusiasten und sonstig Interessierte die Ausstellung der Interessensgruppe (IG) Modelleisenbahn Meißen 1999 im Innovation Centrum Meißen (ICM) besuchen. An den darauffolgenden drei Wochenenden sowie am Buß- und Bettag öffnen die Tüftler um den Vereinsvorsitzenden Jens Beger ebenfalls ihre Türen.

„Wir würden uns freuen, wenn diese vorweihnachtliche Tradition so gut aufgenommen wird wie im vergangenen Jahr“, sagt der hauptberuflich als Fertigungsleiter der Firma Ditter Plastic tätige Vereinschef. Speziell für Kinder haben sich die zehn aktiven Mitglieder in den vergangenen Wochen und Monaten Neues einfallen lassen. So gibt es eine Spielecke, in der die Jüngsten selber Laub zurecht sägen können. An anderen Stationen müssen Geschicklichkeit beim Miniatur-Häuserbau oder auch das richtige Zeitgefühl beim Einschätzen der Geschwindigkeit der Holzeisenbahn bewiesen werden.

„Wir können mit diesem Jahreshöhepunkt unsere laufenden Kosten decken. Wir hoffen auf reges Interesse, damit das auch so bleibt“, erzählt Beger. Denn obwohl die Modellbauer im Februar dieses Jahres erstmals ihre gesamte Modell-Anlage bei der großen Messe „Erlebnis Modellbahn“ in Dresden aufgebaut hatten und viele Kontakte zu anderen Bastlern knüpfen konnten, steht der Verein vor großen Herausforderungen. „Wir können junge Leute nicht so betreuen, dass sie nachhaltig für uns tätig werden können. Es findet sich eben kaum jemand, der am Nachmittag oder frühen Abend regelmäßig Aufsicht halten kann“, sagt Beger schulterzuckend. Die Lage habe sich noch verschlechtert, da zwei Mitglieder im Rentenalter krankheitsbedingt deutlich kürzertreten mussten. Zum festen Stamm, der knapp ein Dutzend Leute, komme so selten jemand dazu. Ob der Verein die 20. Modellausstellung im ICM im Jahr 2021 noch auf die Beine gestellt bekommt, sei daher fraglich.

Zumindest mit dem Geschäftsbesorger im ICM , der Stadtentwicklungsgesellschaft Seeg, gäbe es bislang keine Schwierigkeiten. „Wir haben einen unbefristeten Vertrag, der so weiter läuft wie bisher. Damit können wir vorerst gut planen“, sagt Beger. Dass in den Büros und Lagerräumen des Innovation Centrums jetzt mehr los sei, als noch vor einigen Jahren, komme auch den Modelleisenbahnern zugute. „Wir hatten in diesem Jahr endlich einmal keine Einbrüche in unserem Lager. Das liegt aber auch daran, dass wir in Überwachungskameras investiert haben“, weiß der Vorsitzende. Mit seinen Mitstreitern macht er im November Stadtgeschichte „en miniature“ lebendig. Das Interesse vieler Meißner an der Ausstellung liege darin begründet, sagt Mitstreiter Andreas Hoppe, dass es immer wieder historische Ansichten neu zu entdecken gebe. „In diesem Jahr haben wir das Areal um den heutigen Dr.-Eberle-Platz, ehemals VEB Plattenwerk „Max Dietel“ detailgetreu nachgebaut. Das einstige Kulturzentrum dürfte vielen Meißnern noch ein Begriff sein“, sagt er. Die Bilder für die Rekonstruktion lieferten den Modellbauern alte Fotos von Privatsammlern oder Verlagen sowie Baupläne der Stadtverwaltung. Natürlich verkehren auf den über 130 Metern Gleisanlage auch wieder Züge und auf den Miniatur-Straßen Busse wie von Geisterhand. Die dafür nötigen technischen Voraussetzungen haben Beger, Hoppe und Co. in den letzten Wochen geschaffen.

Oft waren sie drei- bis viermal pro Woche vor Ort, um Modelle zu modellieren oder an Schaltkreisen zu arbeiten.

Termine: 4./5./11./12./18./19./22./25./26. November, sonnabends von 13 bis 18 Uhr, sonn- und feiertags 10 bis 18 Uhr.

Eintritt: 3 Euro, Kinder (3-17 Jahre) 1,50 Euro.