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Stadtplan für Flüchtlinge

Die Asylbewerber sollen sich dadurch leichter zurechtfinden. Die Mitglieder kümmern sich auch um die Gegner.

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© André Braun

Von Doreen Hotzan

Leisnig. Er soll die Orientierung für die Asylbewerber in Leisnig vereinfachen. Daher wird nun im Rahmen des Helfer-Koordinierungskreises daran gearbeitet, einen Stadtplan zu entwerfen. Das hat Bürgermeister Tobias Goth (CDU) am Dienstag bekannt gegeben. Darauf sollen Piktogramme abgebildet sein, anhand derer sich die Flüchtlinge leichter zum Bäcker oder zur Apotheke finden. Es ist ein Projekt von vielen, dass die Mitglieder des Helfer-Koordinierungskreises in Angriff nehmen wollen.

Ab Januar 2016 sollen auf der Homepage der Stadt die Arbeitsgruppen, die sich innerhalb der Initiative gebildet haben, sowie die Namen der Ansprechpartner veröffentlicht werden. Derzeit engagieren sich dort über 30 Mitglieder. Darunter sind neben dem Bürgermeister auch Stadträte und Bürger. Der Helfer-Koordinierungskreis trifft sich regelmäßig. Die nächste Zusammenkunft ist für den 11. Januar geplant. Weitere Mitstreiter sind gern willkommen, so der Bürgermeister.

Die einzelnen Arbeitsgruppen bereiten sich aktiv auf die Ankunft der Asylbewerber vor. Eine davon beschäftigt sich mit der Sprache. Die Flüchtlinge sollen dabei unterstützt werden, diese zu erlernen. Darüber hinaus begleiten die Mitglieder dieser Gruppe die Asylbewerber zu Behördengängen oder zum Arzt und dolmetschen. Weiterhin werden Überlegungen angestellt, wie die Freizeit der Flüchtlinge gestaltet werden kann. „Dazu habe ich Kontakt mit unseren Sportvereinen aufgenommen, um über Möglichkeiten zu sprechen“, sagt Tobias Goth. Beim letzten Treffen des Kreises am Montag sei über die Einrichtung eines Spendenkontos gesprochen worden. Dieses über die Stadt einzurichten, ist kein Problem, so das Stadtoberhaupt. Doch dafür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Daran werde gearbeitet.

Keine Busladungen

Dass es auch Leute gibt, die gegenüber den Asylbewerbern Vorurteile haben, ist dem Helfer-Koordinierungskreis bewusst. Auch darum haben sich die Mitglieder gekümmert. „Es wird eine Gruppe Meditation geben, die sich ausschließlich damit beschäftigt, wie die Vorurteile abgebaut werden können“, sagt Tobias Goth. Das alles soll unter professioneller Anleitung geschehen.

Wann die ersten Asylbewerber in Leisnig ankommen, ist weiter unklar. Die Gesellschaft für Strukturentwicklung und Qualifizierung (GSQ) wird die Mietverträge für die Wohnungen der Leisniger Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (LWVG) zum 1. Februar unterschreiben. Es könnte sein, dass die Asylbewerber eher kommen. „Ich habe mit privaten Vermietern gesprochen, bei denen der Mietvertrag mit der GSQ zum 1. Januar unterschrieben wurde“, erzählt der Bürgermeister. Er sieht der Ankunft gelassen entgegen. „Wir haben hier ja nicht mit Busladungen zu rechnen, sondern eher mit kleineren Menschengruppen“, sagt er.