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Stadträte wollen Kauf der Krone

Die Bautzener Stadthalle steht zum Verkauf. Die Immobilie sollte nicht in private Hände gehen, finden die Stadträte – und üben Kritik an Bautzens OB.

© Robert Michalk

Von Madeleine Arndt

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Bautzen. Bautzens Stadthalle Krone und der benachbarte Parkplatz sollen verkauft werden. Wie Alexander Kindermann von der Eigentümergesellschaft, der Onnasch-Gruppe, vergangene Woche berichtete, gebe es bereits drei Interessenten. Die Stadt Bautzen sei nicht darunter, erklärte Kindermann. Das stimmt nicht, dementiert jetzt die Verwaltung in Bautzen: „Dass die Stadt grundsätzlich kein Interesse hat, ist nicht zutreffend.“ Man stehe in Kontakt zu dem Eigentümer und werde auch weiterhin das Gespräch suchen, so die Botschaft.

In Anbetracht der Bewerberlage für das rund 9 300 Quadratmeter große Grundstück in Bautzens Innenstadt drängen jetzt die Stadträte zum Handeln. Es gibt einen fraktionsübergreifenden Antrag, der am Mittwoch beim Stadtrat eingebracht wird, bestätigt Angela Palm, Fraktionsvorsitzender der Linken. Bei dem Krone-Gelände handle es sich um ein Filetgrundstück. „Wir müssen uns ernsthaft damit befassen, ob es Finanzierungsmöglichkeiten gibt.“ Allerdings kritisiert Palm auch den hohen Verkaufspreis von vier Millionen Euro.

SPD warnt vor Schnellschüssen

Man müsse alles versuchen, das Grundstück zu bekommen. Da werde man auch über einen Kredit reden müssen, findet Claus Gruhl (Grüne) angesichts der aktuell niedrigen Zinsen. Roland Fleischer, Fraktionsvorsitzender der SPD, warnt dagegen vor Schnellschüssen. Insbesondere müsse über den Erwerb des Parkplatzes an der Töpferstraße nachgedacht werden, da so eine Fläche viele Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Die SPD-Fraktion zweifle jedoch an der Sinnhaftigkeit, die Stadthalle oder Häuser an der Steinstraße zu kaufen, äußert sich Fleischer. Der Hintergrund: Die Onnasch-Gruppe bietet derzeit das Krone-Areal in zwei Varianten an. Entweder kann die Stadthalle für rund eine Million Euro gekauft werden, oder Stadthalle, Parkplatz und das Haus an der Steinstraße 15 gibt es im Paket für vier Millionen Euro.

Nutzungsmöglichkeiten skizzieren

Neben der finanziellen Frage seien dringend Nutzungsmöglichkeiten zu skizzieren, fordert CDU-Fraktionschef Matthias Knaak. Dabei müssten sowohl Bau- und Finanzausschuss als auch die städtischen Gesellschaften BWB und BBB mit einbezogen werden. Knaak moniert, dass die Stadträten bisher nicht informiert wurden, obwohl man schon länger über den anstehenden Verkauf der Krone Bescheid wusste.

„Dass der Oberbürgermeister den Kauf des letzten frei zu entwickelnden Grundstückes in perfekter Innenstadtlage von sich aus abgelehnt hat, ohne die Stadträte überhaupt über das Kaufangebot zu informieren, zeugt von wenig Interesse und Verständnis für die Bürger der Stadt, die ihn gewählt haben“, kritisiert FDP-Stadtrat Mike Hauschild. Bereits beim Lauenareal habe Bautzens OB Alexander Ahrens (parteilos) seine privaten Interessen über die der Stadt Bautzen gestellt, erinnert Hauschild. Er bezieht sich darauf, dass der OB zum Jahresanfang auf dem Lauenareal privat ein Haus gekauft hatte, die Stadträte erst Monate später darüber unterrichtete.

„Man kann nicht als Oberbürgermeister unter der Hand verhandeln“, beanstandet auch Grünen-Stadtrat Gruhl. Ahrens hätte die relevanten Ausschüsse informieren müssen. Das wurde getan, teilt hingegen Bautzens Stadtverwaltung mit. „Die Stadträte wurden durch die Verwaltung in den zuständigen Ausschüssen informiert“, erklärt Stadtsprecher Tobias Schilling. „Üblicherweise werden die Informationen aus den Ausschüssen in die Fraktionen weitergetragen“, so Schilling.