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Stadtrat berät über Rücktritt

Wegen des geplanten Asylheims in Kesselsdorf hat Türk Müller sein Mandat niedergelegt. Der Stadtrat befasst sich nun damit.

Von Annett Heyse

Kesselsdorf. Die Tagesordnung des Wilsdruffer Stadtrates in dieser Woche ist nicht sonderlich lang, dennoch verspricht die Sitzung, spannend zu werden. Es geht um den Rücktritt von Stadtrat Türk Müller (CDU). Der Kesselsdorfer hatte kürzlich sein Mandat wegen der Debatten um das Kesselsdorfer Asylheim niedergelegt. „Das soll ein Protest gegen die Flüchtlingspolitik sein“, begründete er. Es könne nicht sein, dass die Verantwortlichen im Landratsamt monatelang von einem Heim mit 60 Bewohnern sprechen und dann plötzlich 250 Flüchtlinge dort unterbringen möchten, ohne dass mit dem Ortschaftsrat jemals darüber gesprochen worden wäre, kritisierte Müller.

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Der CDU-Mann war seit 1999 im Kesselsdorfer Gemeinderat aktiv. Nach der Eingemeindung zu Wilsdruff 2001 hatte er das Amt des Ortsvorstehers übernommen und saß im Wilsdruffer Stadtrat. Er war zweimal wiedergewählt worden, zuletzt 2014. Sein Stadtratsmandat hatte er mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Ob ein Rücktritt mit dieser Begründung überhaupt möglich ist, darüber wird der Stadtrat nun diskutieren. Rücktrittsgründe sind beispielsweise Krankheit, Alter oder auch berufliche und familiäre Belastungen. Die Sitzung findet am Donnerstag im Rathaus Wilsdruff am Marktplatz statt, Beginn ist 19 Uhr. Über den Rücktritt Müllers als Ortsvorsteher wird der Kesselsdorfer Ortschaftsrat befinden und einen Nachfolger benennen.