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Stadtrat beschließt Kurtaxe

Dresden erhebt künftig eine Kurtaxe. Am Donnerstag beschloss der Stadtrat bei zahlreichen Gegenstimmen die umstrittene Abgabe.

© dpa

Dresden. Dresden erhebt künftig eine Kurtaxe. Am Donnerstag beschloss der Stadtrat bei zahlreichen Gegenstimmen die umstrittene Abgabe. Demnach müssen Touristen ab 1. Februar pro Übernachtung 1,30 Euro zahlen - egal, ob sie in einem Hotel oder auf einem Campingplatz unterkommen. Ausgenommen sind private Übernachtungen.

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Die Steuer soll jährlich zwischen 5 und 5,5 Millionen Euro in die Stadtkasse bringen, um Kunst und Kultur finanziell zu unterstützen. Dresden wird nach Angaben der Stadtverwaltung die erste deutsche Großstadt mit einer Kurtaxe sein.

Die neue Einnahmequelle war auch im Stadtrat heftig umstritten. Vor allem die FDP hatte die Kurtaxe bis zuletzt zu verhindern versucht. Fraktionschef Holger Zastrow, der auch als Bundesvize seiner Partei amtiert, bezog am Mittwoch gemeinsam mit FDP-Kreischef Johannes Lohmeyer noch einmal Stellung. Beide ließen sich mit einem satirisch gemeinten Ortsschild „Bad Dresden“ ablichten. „Dresden ist mit Sicherheit eine Kunst- und Kulturstadt, aber keine Kurstadt“, erklärte Zastrow und bezeichnete die Einführung der Kurtaxe als Imageschaden für die Stadt.

Auch der Sächsische Heilbäderverband kritisierte die Pläne heftig. „Die Kurabgabe fließt zu 100 Prozent zweckgebunden in die Infrastruktur der Heilbäder und Kurorte“, erklärte Verbandspräsident Karl Ludwig Resch. Vor diesem Hintergrund sei eine Kurtaxe in Dresden „völlig absurd“. „Das hat nun überhaupt nichts mehr mit dem Kurgedanken zu tun“, erklärte Resch. (dpa)