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Stadtrat stoppt Sanierung der Albertbrücke

© Marco Klinger

Die dringend nötige Sanierung der Albertbrücke ist auf unbestimmte Zeit verschoben. Der Stadtrat stimmte am Donnerstag gegen den schnellen Baustart im September.

Von Tobias Winzer

Dresden. Die dringend nötige Sanierung der Albertbrücke ist auf unbestimmte Zeit verschoben. Der Dresdner Stadtrat stimmte am Donnerstag gegen den schnellen Baustart im September dieses Jahres. Stattdessen soll nun noch einmal umgeplant werden, damit Autos auch während der Bauarbeiten durchgehend auf der Brücke fahren können. Frühestens Mitte 2014 kann der Stadtrat über diese neue Sanierungsvariante abstimmen. Schon jetzt ist sicher, dass die dann beginnenden Bauarbeiten aufwendiger sind und erheblich länger dauern werden. Nach den bisherigen Plänen sollte die Sanierung 21 Monate dauern.

Vor vier Wochen hatte der Stadtrat schon einmal über den Umbau der Albertbrücke abgestimmt und sich damals mit knapper Mehrheit für diese schnelle Variante entschieden. Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) hatte gegen den Entscheid jedoch ihr Veto eingelegt – aus Kostengründen. Weil ein Stadtrat bei der erneuten Abstimmung gestern seine Meinung änderte, kippte der bisherige Sanierungsplan.

Nach diesem Konzept sollten die Straßenbahnen – bis auf kurze Unterbrechungen von jeweils maximal zwei Wochen – weiter rollen. Allerdings sah diese Variante eine achtmonatige Vollsperrung für Kraftfahrzeuge vor. Diese wollte die FDP verhindern und schlug eine Sanierung ohne Vollsperrung vor, bei der der Bau ein Jahr später beginnen und acht Monate länger dauern würde.

Die Variante wäre mit 28,7 Millionen Euro rund 3,3 Millionen Euro teurer und würde den Steuerzahler insgesamt mehr belasten. Da der FDP-Wirtschaftsminister Sven Morlok allerdings mehr Fördermittel in Aussicht stellt, müsste die Stadt Dresden vier Millionen Euro weniger aus ihrem eigenen Haushalt zahlen. Genau deshalb widersprach Orosz der Ratsentscheidung.

Die Albertbrücke soll beim Umbau um 3,60 auf 22,20 Meter verbreitert werden. Auf beiden Seiten sind 1,60 Meter breite Rad- und zwei Meter breite Fußwege geplant. Ausgebaut werden auch die anschließenden Kreuzungen und Straßen.

Die Instandsetzung der Albertbrücke ist dringend nötig. Die Schäden an dem Bauwerk sind so stark, dass im Extremfall eine Vollsperrung droht. Es gibt bereits massive Risse, Steine drohen abzustürzen. Starke Regenfälle haben zuletzt zu weiteren Schäden an der Elbquerung geführt. Im Bereich der Gullys ist die westliche Straßenseite an mehreren Stellen abgesackt.

Bei der jüngsten Prüfung der Konstruktion vergaben die Gutachter Anfang 2013 die Note vier. Nur weil die Sanierung für September geplant war, gab es noch keine Konsequenzen.