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Stadtwerke investieren in grüne Wärme

Rothenburgs Eigenbetrieb baut neue Trinkwasserleitungen und rüstet ein Heizwerk um.

© André Schulze

Von Frank-Uwe Michel

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Wenn Ulrich Engelmann auf die Investitionsvorhaben dieses Jahres blickt und die hierfür zur Verfügung stehende Zeit mit einbezieht, dann fällt ihm vor allem ein Wort ein: „Sportlich.“ Das bezieht sich sowohl auf die Mitwirkung der Rothenburger Stadtwerke bei der Sanierung der Görlitzer Straße als auch auf die Umrüstung des Heizwerkes in der Südstraße, das Abnehmer in der Theodor-Stock-Straße, in Teilen der Horkaer Straße und eben in der Südstraße mit Wärme versorgt. Lächelnd schiebt der Leiter des städtischen Eigenbetriebes nach: „Der Herr möge uns vor größeren Rohrbrüchen verschonen.“ Denn wenn die eintreten sollten, sind die anstehenden Aufgaben von den elf Mitarbeitern – von denen sich allein vier um den Betrieb der Schwimmhalle kümmern – kaum noch zu schaffen.

Doch Engelmann ist ein positiv denkender Mensch, der Aufgaben eher als Herausforderungen beschreibt. So sieht er auch die Arbeiten in der Görlitzer Straße, die im Laufe dieses Jahres grundhaft erneuert wird. Die Stadtwerke sind mit dem Bau der Wasserversorgung daran beteiligt. Was ihn und seine Mitstreiter erwartet, weiß Engelmann schon: „Die alten Hauptleitungen stammen aus den Jahren 1928/29. Das war die Zeit der Weltwirtschaftskrise. Man muss staunen, dass trotzdem gutes Material verwendet wurde – und das in hoher Qualität.“ Was den Leitungen allerdings keine längere Lebenszeit verschafft, denn: „Die Chance zur Erneuerung müssen wir jetzt einfach nutzen“, bekräftigt der Betriebsleiter. Lagepläne zum historischen Leitungsnetz existieren zwar, im Laufe der Zeit hat sich aber manches verändert. Großen Aufwand betreiben die Stadtwerke mit den alten Rohren nicht mehr. Sie werden abgeklemmt, verpresst und in der Erde belassen.

Bummeln dürfen die mit den Arbeiten an der Görlitzer Straße beauftragten Firmen nicht. Immerhin soll der erste Bauabschnitt, beginnend ab der Scheunengasse, schon Ende Juli fertig sein. „Dann findet das Sommerfest statt und im 750. Jahr unserer Stadt wird es ein ganz besonderes sein. Deshalb darf es da keine Beeinträchtigungen geben“, erläutert der Stadtwerke-Chef. Auch beim zweiten Bauabschnitt, der die restlichen Meter umfasst, ist Eile geboten. Ehe die Frostgrade einsetzen, soll alles beendet sein. „Für uns bedeutet dies, dass wir zügig die Trinkwasserleitungen verlegen. Und wenn es gewünscht wird, uns auch um die Erneuerung der Hausanschlüsse kümmern. Einige Hausbesitzer haben schon nachgefragt“, erklärt Engelmann. Insgesamt haben die Stadtwerke für ihren Teil der Arbeiten an der Görlitzer Straße rund 70 000 Euro veranschlagt.

Ein ganzes Stück teurer wird die Umrüstung der Heizungsanlage am Standort Südstraße. Zwischen 360 000 und 370 000 Euro wird der Austausch der aktuellen Gas-Öl-Kessel kosten. Zwar sei die 25 Jahre alte Technik noch immer zuverlässig, doch um bestehende gesetzliche Forderungen in Sachen Ökowärme zu erfüllen, muss sie weichen. An ihre Stelle tritt eine Kombination aus Pelletheizung und Brennwerttherme. Trotz der Investitionssumme und den dann anfallenden Betriebskosten soll das Preisniveau für die Abnehmer stabil bleiben. „Wenn sich die Rahmenbedingungen nicht ändern“, ergänzt Ulrich Engelmann. Andere Vorstellungen des Gesetzgebers oder steigende Beschaffungskosten für das Brennmaterial könne man nie gänzlich ausschließen. Bei den Pellets könnte sich eine Rothenburger Kooperation ergeben. Gespräche mit dem in der Friedensstraße ansässigen Hersteller gibt es bereits.

Wegen des Umfangs der Arbeiten wird die Heizungsumrüstung in drei Lose unterteilt – den Maschinen- und Anlagenteil, den Steuerungsteil und jenen Teil, den die Stadtwerke in Eigenleistung umsetzen wollen. Das Zeitfenster ist nicht sonderlich lang. „Mit dem Baubeginn werden wir bis Anfang Mai warten müssen. Dann sind die Temperaturen draußen so, dass wir auf Sommerlast fahren können, weil in der Hauptsache nur noch Heizenergie fürs warme Wasser benötigt wird“, erläutert Engelmann. Spätestens wenn die Temperaturen wieder kälter werden, muss das Projekt abgeschlossen sein.

Beim ebenfalls von den Rothenburger Stadtwerken betriebenen Heizwerk in der Friedensstraße stehen 2018 noch keine Veränderungen an. Die kommen erst dann, wenn sich mit der Erweiterung der Polizeihochschule der Bedarf ändert. Dies ist nach jetzigem Stand der Dinge erst in den Jahren 2020/21 der Fall.