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Städtebahn hat weiterhin Probleme

Wieder fuhren Taxen statt Triebwagen. Für manch einen Fahrgast hatte das unangenehme Folgen.

© Archiv/SZ

Von Maik Brückner

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Osterzgebirge. Über mehrere Tage lief der Zugbetrieb im Müglitztal nach Plan. Am Sonntag allerdings änderte sich das. Wieder gab es massive Zugausfälle. Ab dem späten Nachmittag rollte kein Triebwagen mehr durchs Müglitztal. Davon betroffen waren unter anderem auch einige Mitglieder des Curlingvereins Geising. Die waren auf der Heimfahrt von einem Ausflug und wollten kurz nach 17 Uhr in Heidenau von der S-Bahn in die Müglitztalbahn Richtung Geising steigen. „Am Bahnsteig wurden wir über die Anzeige darüber informiert, dass der Zug ausfällt“, berichtet der Geisinger Klaus Meißner. Statt des Zuges standen vier Großraumtaxis bereit. „Wir kamen zwar relativ pünktlich in Geising an, aber eben mit dem Taxi“, sagt Meißner. Andere Fahrgäste hatten es nicht so gut. So hatte eine Frau das Nachsehen, die von Bärenhecke nach Altenberg wollte und ein Fahrrad dabeihatte. Die Frau wurde mitgenommen. „Sie wurde gebeten, ihr Fahrrad an der Haltestelle anzuschließen“, berichtet Meißner.

Die Städtebahn Sachsen als Betreiberin der Müglitztalbahn führt mehrere Gründe für die Ausfälle an. So seien nach dem Wetterumschwung kurzfristig Krankmeldungen eingegangen, erklärt Geschäftsführer Torsten Sewerin. Zudem müsse sein Unternehmen vier Lokführer für den Betriebsrat freistellen und zwei weitere für die Tarifkommission der Gewerkschaft freistellen. Manche Sitzungen werden sehr kurzfristig einberufen. Das verschärfe die angespannte Personalsituation. Bei ungünstigen Konstellationen fehlen sechs Lokführer. Außerdem greife nun die neue Betriebsvereinbarung, wonach sein Unternehmen angehalten ist, die Mitarbeitern das Wochenende vor und nach dem Urlaub frei zu stellen. Das könne dazu führen, dass die Bahnkunden an den Wochenenden weiterhin mit Schienenersatzverkehr rechnen müssen.

Generell bleibt die Lage schwierig, erklärt Städtebahnchef Sewerin. Der Städtebahn sei es in den letzten 45 Tagen gelungen, vier neue Lokführer einzustellen. Allerdings sei derzeit ein anderes in Sachsen tätiges Eisenbahnunternehmen massiv dabei, Personal abzuwerben. In den letzten zwei Monaten hätten drei Mitarbeiter dorthin gewechselt, so Sewerin.