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Dresden steigt auf im Städteranking

Eine Untersuchung hat die Entwicklung deutscher Großstädte genauer unter die Lupe genommen. So schneiden die sächsischen Städte ab.

Dresden verbesserte sich im diesjährigen Städteranking des Instituts der deutschen Wirtschaft.
Dresden verbesserte sich im diesjährigen Städteranking des Instituts der deutschen Wirtschaft. © dpa-Zentralbild

Berlin. Berlin ist besonders dynamisch, München steht am besten da, Wolfsburg und Ingolstadt bekommen dagegen die Krise der deutschen Autoindustrie zu spüren. Das sind Ergebnisse des diesjährigen Städterankings des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Zusammenarbeit mit der "Wirtschaftswoche" und dem Internet-Portal Immobilienscout24. Hochgearbeitet hat sich die mittelfränkische Metropolregion Nürnberg, Erlangen und Fürth. "Auch Leipzig und Jena entwickeln sich erfreulich im Gegensatz zu den Autostandorten", erläuterte Thomas Schroeter, Geschäftsführer von Immobilienscout24.

Auch Dresden verbesserte sich. Die Landeshauptstadt belegt den 20. Rang und stieg um neun Plätze auf. Chemnitz hingegen verschlechterte sich um vier Plätze und belegt nur noch den 59. Platz. Allerdings konnte Chemnitz bei den Zukunftsperspektiven aufholen: Die Stadt verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um elf Ränge auf Platz 40.

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30 Jahre nach dem Mauerfall eroberte aber Berlin den ersten Platz in puncto Dynamik. Vor allem auf dem Arbeits- und Immobilienmarkt sei das Tempo deutlich gestiegen, heißt es in der Untersuchung, die die Entwicklung der 71 kreisfreien deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern vergleicht. Von 2012 bis 2017 seien rund 250.000 Menschen mehr nach Berlin gezogen als abgewandert. Auf Rang zwei landete München, gefolgt von Fürth. Ingolstadt und Wolfsburg - im Vorjahr noch unter den Top Ten - stürzten auf Platz 39 beziehungsweise 49 ab.

Auch im Bereich aktuelle Lage verloren die beiden Autostädte an Boden - wenn auch nicht so dramatisch. Ingolstadt rangiert auf Platz vier (Vorjahr: zwei) und Wolfsburg auf Rang sieben (fünf). Ein wesentlicher Grund: Die Steuerkraft der beiden Kommunen habe sich im Vergleich zu 2012 - dem Jahr der Hochkonjunktur in der Autoindustrie - deutlich verschlechtert.

München spielt in einer eigenen Liga

Unverändert in der Topliga spielt München. Die bayerische Landeshauptstadt landete bei der aktuellen Lage das siebte Mal in Folge auf dem Siegertreppchen. Die einmalige Kombination aus hochleistungsfähiger Wissenschaft und wettbewerbsfähiger Wirtschaft wirke "wie ein Turbo für den Großraum München", erklärte Hanno Kempermann von IW Consult. Auf Spitzenreiter München folgen auf den Plätzen zwei und drei Erlangen und Stuttgart. Unter den Top zehn befinden sich auch die Bankenmetropole Frankfurt sowie Hamburg, Regensburg, Würzburg und Ulm. Am unteren Ende der Tabelle verharren Bremerhaven (Rang 69) sowie die Ruhrgebietsstädte Herne (70) und Gelsenkirchen (71).

Großstädte des Ruhrgebiets bilden seit Jahren die Schlusslichter des Städterankings. Dennoch sieht Kempermann Chancen für die Region. Als Pluspunkte nennt er unter anderem vergleichsweise günstigen Wohnraum, kulturelle Offenheit, eine dichte Besiedlung, spezialisierte Fachkräfte, Universitäten und Forschungsinstitute, sowie Flughäfen.

Am besten gerüstet für die Zukunft ist der Analyse zufolge weiterhin Darmstadt. "Die südhessische Stadt ist Sitz einer großen Anzahl erfolgreicher und hochinnovativer Unternehmen", argumentiert Kempermann. Dazu zählt unter anderem der Pharma- und Chemiekonzern Merck. Auf den weiteren Plätzen folgen München, Erlangen, Stuttgart und Jena.

Mittelfranken ist das neue Kraftzentrum

Ein neues wirtschaftliches Kraftzentrum ist aus Sicht der Studie in Mittelfranken um die Städte Erlangen, Nürnberg und Fürth entstanden. Die Region hatte einen harten Strukturwandel durchlebt. Konzerne wie Grundig oder Quelle, die in Fürth ansässig waren, existieren nicht mehr. Die frühe Konzentration auf Zukunftstechnologien wie Medizintechnik habe jedoch bei der Bewältigung des Wandels geholfen.

Für das jährliche Städteranking vergleicht die Gesellschaft IW Consult des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft die aktuelle Lage, Veränderungsraten bestimmter Indikatoren (Dynamik) sowie Zukunftsperspektiven kreisfreier Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern. Analysiert werden Faktoren wie Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt, Immobilien, Forschungsstärke, Zukunftsindustrien und Lebensqualität.

Andere Analysen kommen teils zu etwas anderen Ergebnissen. Eine Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) und der Privatbank Berenberg bescheinigte jüngst Berlin die besten Zukunftsaussichten - allerdings beachtet die Untersuchung nur die 30 größten deutschen Städten. Die Hauptstadt punktete mit einem vergleichsweise hohen prozentualen Bevölkerungsanstieg, dem höchsten Wachstum bei der Erwerbstätigkeit aller 30 Städte und einer deutlichen Verbesserung der Produktivität.

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Leipzig belegte in der Gesamtschau erneut Rang zwei. Im Falle von München machten die Autoren dagegen "erste Grenzen des Wachstums" aus: die bayerische Landeshauptstadt rutschte auf Platz drei. Für die Rangliste, die seit 2008 alle zwei Jahre erstellt wird, wurden Faktoren wie Bildung, Innovation, Internationalität und Erreichbarkeit sowie die Entwicklung von Produktivität und Bevölkerung analysiert. (dpa)

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