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TBC-Erkrankungen im Sozialamt

Vermutlich durch einen Kontakt mit einem Asylbewerber haben sich zwei städtische Mitarbeiterinnen mit der Lungenkrankheit Tuberkulose (TBC) angesteckt.

© Robert-Koch-Institut/Gudrun Holland

Vermutlich durch einen Kontakt mit einem Asylbewerber haben sich zwei städtische Mitarbeiterinnen mit der Lungenkrankheit Tuberkulose (TBC) angesteckt. Wie erst jetzt bekannt wurde, trafen sie bereits Ende 2013 im Sachgebiet Ausländer/Aussiedler des Sozialamts auf den georgischen Asylbewerber.

Laut Stadtsprecher Kai Schulz war erst danach festgestellt worden, dass dieser an einer infektiösen TBC litt. Bei der Kontrolle möglicher Kontaktpersonen reagierten die beiden Frauen auf den Erreger. „Wann der Kontakt stattgefunden hat und ob daraus überhaupt eine Erkrankung entsteht, ist durch den Test nicht erkennbar“, sagt Schulz. Beide Frauen wurden präventiv medikamentös behandelt. In der Regel werden laut Gesundheitsamtschef Jens Heimann mehrere Antibiotika verabreicht.

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Die Frauen sind mittlerweile wieder im Dienst. Andere städtische Mitarbeiter müssen jedoch noch bangen. Im September hatten Mitarbeiter des Jugendamtes Kontakt mit einem erkrankten Jungen. Sie werden nach Ablauf der Inkubationszeit, in der Regel sechs bis acht Wochen, getestet. Vor drei Wochen war unter den zugewiesenen Asylbewerbern noch eine Person mit infektiöser TBC. Wie viele Kontakte diese hatte, muss noch nachgeprüft werden.

Insgesamt ist die Zahl der Tuberkulose-Fälle in Dresden dieses Jahr höher als in den Vorjahren. Bisher sind 32 Fälle aufgetreten. 2014 waren es 21, im Jahr 2013 genau 19 und 2012 zusammen 28. Gesundheitsamtschef Jens Heimann sieht durch die gestiegene Zahl der Asylbewerber kein höheres Risiko für die Dresdner. Ihm zufolge sei ein enger Kontakt für eine Ansteckung nötig. Diese erfolgt in der Regel über Tröpfcheninfektion. Den Mitarbeitern des Sozialamtes stehen Mundschutz und Desinfektionsmittel zur Verfügung, um eine Ansteckung zu vermeiden.

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Die Impfung gegen TBC wurde 1998 in Deutschland abgeschafft. Diese war laut Martin Kolditz, Oberarzt der Pneumologie am Uniklinikum, nicht wirksam genug. Patienten mit TBC klagen über Husten, teilweise mit blutigem Auswurf, Fieber und mitunter auch Gewichtsabnahme. (SZ/jr)