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Städtisches Klinikum weiter im Minus

Im ersten Quartal gab es ein Defizit von knapp zwei Millionen Euro. Nun soll investiert werden.

© Sven Ellger

Von Sandro Rahrisch

Das städtische Klinikum ist schwach in das Jahr gestartet. Der Quartalsbericht für die ersten drei Monate ergab ein Minus von 1,975 Millionen Euro. Auch die nächsten Monate dürften nicht einfacher werden. Ein Hauptgrund sind die höheren Personalkosten. So profitieren mehr Mitarbeiter von einer höheren Eingruppierung in der Entgeltordnung des öffentlichen Dienstes. Hinzu kommen Tarifsteigerungen. Dagegen werden zu wenige Patienten behandelt, um diese Kosten auszugleichen. Nach Ansicht des Klinikums hätten bereits im vergangenen Jahr mehr Menschen aufgenommen werden können, wäre zum Beispiel Haus N in Friedrichstadt pünktlich fertig geworden. Allerdings gab es Schwierigkeiten bei der Statik sowie Handwerkerengpässe. Durch die Verzögerungen beim Umbau waren die Kapazitäten eingeschränkt. Das Gebäude, in dem OP-Säle und Pflegestationen entstehen, soll nun im Juni in Betrieb gehen.

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Ein weiteres Problem: Das städtische Klinikum hatte Schwierigkeiten, Chefarztstellen zu besetzen. Dazu gehören die leitenden Posten in der Neuroradiologie und Pneumologie. Auch dadurch konnten nicht so viele Patienten behandelt werden, wie zunächst erhofft. Die Grippewelle sorgte zusätzlich für personelle Engpässe.

Der Verlust im vergangenen Jahr betrug rund 2,7 Millionen Euro. Ein vergleichsweise geringes Minus, wenn man an die letzten zehn Jahre zurückdenkt. So verloren die Krankenhäuser 2011 und 2012 zusammen jeweils mehr als fünf Millionen Euro. 2015 und 2016 gelang erstmals seit vielen Jahren wieder ein Gewinn von jeweils etwa einer halben Million Euro.

Hoffnung setzt das Klinikum nun die Bundesregierung. CDU und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, dass Personal und Behandlung in Zukunft getrennt voneinander und krankenhausindividuell bezahlt werden sollen. Derzeit gibt es einheitliche Fallpauschalen für jede Art von Behandlung. In diesen sind die Pflegekosten mit enthalten. Ein weiterer Punkt: Zwar haben die Häuser Friedrichstadt und Neustadt im vergangenen Jahr fusioniert. Dennoch gibt es an den Standorten weiterhin Abteilungen doppelt. Außerdem sind viele Gebäude in keinem modernen Zustand. Die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit fordert, Geld für die Kliniken bereitzustellen, damit die baufälligsten Gebäude saniert werden können. „Jetzt zu kürzen, wäre falsch“, so Linke-Stadtrat Jens Matthis. Auch die höheren Gehälter seien gut. „So kann gutes Personal gehalten und gewonnen werden.“ Das Klinikum ist ein Eigenbetrieb der Landeshauptstadt Dresden. Es gehört zu den zehn größten Krankenhäusern Deutschlands. (mit SZ/awe)