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Sebnitz

Stammesführer im Lesepodium Stolpen

Galsan Tschinag ist nicht nur mongolischer Schriftsteller. Er ist Brückenbauer zwischen Ost und West. Darüber wird er im Oktober berichten.

Galsan Tschinag in seiner Heimat, der Mongolei.
Galsan Tschinag in seiner Heimat, der Mongolei. © privat

Matthias Stark, Stolpener Autor und Organisator des „Lese-Podiums“ ist es anzusehen: Er freut sich auf den Besuch von Galsan Tschinag aus der Mongolei. 

Denn mit ihm holt er nicht nur einen Schriftsteller zu seinem sechsten Stolpener „Lese-Podium“ am 25. Oktober ins Landgut Lietze. Galsan Tschinag ist Stammesführer, Friedensstifter, Brückenbauer. Persönlich kennengelernt haben sich die beiden Männer bei einer Strittmatter-Lesung in Görlitz. Doch schon Jahre vorher wanderten E-Mails von Stolpen in die ferne Mongolei. Und so bekamen Matthias Stark und seine Frau Gudrun Einblicke in völlig andere Kulturkreise, Einblicke in eine andere Denkweise. „Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, uns im Westen von dem Leben in der Mongolei zur erzählen, und das in seiner ganz typischen liebenswerten Art“, sagt Matthias Stark.

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Galsan Tschinag wurde im Hohen Altai am 26. Dezember 1943 geboren. Seine erste Lehrerin war eine berühmte Schamanin, die ihn bereits im Alter von fünf Jahren ins Schamanen und Heilen eingeführt und angelernt hat. 1962 erhielt er ein Stipendium für ein Germanistikstudium, das ihn in die DDR nach Leipzig führte. Er schloss 1968 das Studium als Jahrgangsbester ab.

Zurückgekehrt in die Mongolei, arbeitete er als erster Diplomgermanist seines Landes als Dozent an der Staatsuniversität in Ulan Bator und später auch als Regierungsdolmetscher. 1976 wurde er wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ mit einem Berufsverbot belegt. In den folgenden Jahren lebte er als Übersetzer und Journalist am Steppenrand der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator und während der Sommermonate im Hohen Altai bei seinem Stamm der Tuwa, dem er als Oberhaupt vorsteht. Galsan Tschinag hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Brücke zu bauen, diese Brücke selber zu sein.

So hat er gemeinsam mit seinem Sohn Galtaikhuu die Galsan-Tschinag-Stiftung gegründet. Mehrere Projekte wurden bisher initiiert und realisiert, um sein Volk zu unterstützen. Darüber hinaus nimmt er den Erlös seiner Lese-Reisen, um seinen Stamm finanziell zu unterstützen. Die Arbeit der Stiftung wird weltweit von zahlreichen Menschen unterstützt. In Deutschland unter anderem durch Wilma Brüggemann, die Vorsitzende des Fördervereins Mongolei. Im Dezember 2002 wurde Galsan Tschinag das Bundesverdienstkreuz verliehen, für seine intensiven Bemühungen um eine Verständigung zwischen den Kulturen.

Die Teilnehmer des Lese-Podiums erwartet also ein spannender Abend im Landgut, Galsan Tschinag hat viel zu erzählen, sagt Matthias Stark.

Kartenvorbestellung: Landgut Lietze, Telefon 035973 647022. Weitere Informationen