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„Starfög“ für sächsische Gründer

Die Landesregierung will jungen Unternehmern helfen, in der Gründungsphase ihren Lebensunterhalt abzusichern.

Von Nora Miethke

Dresden. Die Anzahl der Gründer nimmt in Sachsen nur langsam zu. Ein Grund ist die sehr gute Lage am Arbeitsmarkt, die nicht dazu zwingt, sich selbstständig zu machen. Ein anderer sind die finanziellen Hürden für junge Menschen, die vielleicht eine Geschäftsidee haben, aber keine Rücklagen, von denen sie während der Gründungsphase eines Unternehmens leben können. Das will die Landesregierung nun ändern. Am Dienstag beschloss das Kabinett einen sogenannten „InnoStartBonus“.

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Industrie- und Handelskammer Dresden

Die nachhaltige Förderung der regionalen Wirtschaft ist das wichtigste Ziel der IHK-Arbeit. 

Dabei handelt es sich um einen nicht zweckgebundenen Zuschuss in Höhe von maximal 1 000 Euro im Monat für höchstens ein Jahr. Er soll es jungen Gründern und Gründerinnen ermöglichen, ihren Lebensunterhalt in den ersten Monaten nach der Firmengründung abzusichern. Die Auswahl der Zuschussempfänger und -empfängerinnen wird durch die Futuresax GmbH und eine Jury erfolgen.

Vor allem die Junge Union (JU) Sachsen & Niederschlesien und die Mittelstandsinitiative (MIT) Sachsen hatten nach eigenen Angaben jahrelang für eine solche Unterstützung gekämpft. Sie hatten ihr Konzept „Starfög“ genannt und ein zinsloses Darlehen gefordert, das mit einmaliger Verlängerung insgesamt zwei Jahre gezahlt werden sollte. Aber auch mit der nun gefundenen Lösung scheinen beide Initiatoren zufrieden zu sein. „Die Staatsregierung ist mit dem InnoStartBonus unserer Forderung nach einem niedrigschwelligen und unbürokratischen Instrument zur Gründerförderung gefolgt“, betont MIT-Landeschef Markus Reichel. Schon vorhandene Programme wie das sächsische Technologie- gründerstipendium oder das Mikrodarlehen der Sächsischen Aufbaubank würden ein fertiges Unternehmenskonzept voraussetzen oder seien stark technologieorientiert, heißt es im Konzept von JU und MIT Sachsen. Im Gegensatz dazu setze das Starfög oder jetzt InnoStartBonus bei der Entstehung des Gründungsvorhabens an und soll allen jungen und kreativen Firmengründern offenstehen.

„Die Start-up-Szene wird massiv damit gestärkt“, hofft der JU-Landesvorsitzende Tom Unger. Ziel sei es, Sachsen langfristig zu einer Gründerhochburg zu machen.