merken

Starke Nerven gefragt

Die Tücke liegt im Detail: Großenhainer und Ortskundige plagen sich mit der Sperrung der B 101/Beethovenallee.

© Anne Hübschmann

Von Catharina Karlshaus

Anzeige
Wieder kunstvolle Pferdeshow in Riesa

Europas beliebteste Pferdeshow ist zurück. Am 26. und 27. Oktober startet CAVALLUNA mit „Legende der Wüste“ in der SACHSENarena die neue Tour.

Großenhain. Donnerstagmorgen , kurz nach acht im Großenhainer Stadtverkehr. Auch am Tag vier der Vollsperrung der Beethovenallee macht sich alles andere als Routine breit. Fahrzeuge, deren Kennzeichen Ortskenntnis verheißen, fahren tatsächlich mit einer gewissen Zügigkeit durch die ausgewiesenen Umleitungsstrecken. Wenig amüsiert zwar, denn mehr Zeit muss defintiv eingeplant werden. Aber doch wissend, wann an welcher Straße abgebogen werden muss. Nicht so allerdings all jene, die sich wie der Transporter aus Freiberg durch die vergleichsweise enge Martin Scheumann-Straße schieben muss. Just vor der zweiten Grundschule Am Bobersberg geht dann auch kurzzeitig erstmal gar nichts mehr. „Begegnungsverkehr“ lautet die treffende Beschreibung der Situation, die sich entsprechend auf das Nervenkostüm des Brummi-Fahrers auswirkt. Wild gestikuliert der Mann hinter der Scheibe und ruft dem uneinsichtigen Fahrer des kleinen VW-Polo noch ein paar deftige Kraftausdrücke durch die heruntergelassene Scheibe nach. „Für uns ist das aber auch furchtbar zurzeit! Das können sie mir glauben. Hier schieben sich die Autos durch und das mitten im Wohngebiet“, klagt eine Rentnerin, die augenscheinlich Mühe hat, über die Straße zu kommen.

Alltag in der Röderstadt, die seit Montag durch die Auswirkungen der Bauarbeiten auf der Bundesstraße 101 beherrscht werden. Denn zur Erinnerung: Voraussichtlich bis 22. November wird die B 101/Beethovenallee aufgrund von Fahrbahnerneuerungen dicht sein. Zur Optimierung der Bauzeit, im Hinblick auf die Witterung und um nicht verschiedene Umleitungsstrecken einrichten zu müssen, hatten sich Verwaltung und Baubetrieb auf diese Variante geeinigt.

Praktisch bedeutet sie: Die Umleitung in Richtung Meißen aus Elsterwerda kommend erfolgt ab dem Knotenpunkt Radeburger Platz über die Schillerstraße, Waldaer Straße, Berliner Straße und Herrmannstraße zur B 101. Der Verkehr nach Elsterwerda aus Richtung Meißen wird ab der Einmündung Mülbitzer Straße zur Dresdner Straße bis zur Kreuzung Weßnitzer Straße über die Martin-Scheumann-Straße zur Radeburger Straße geführt. Die An- und Abfahrt zum Parkplatz Beethovenallee ist über die Fabrikgasse und die Katharinengasse möglich.

Doch nicht nur Autofahrer brauchen zurzeit starke Nerven. In den sozialen Netzwerken klagen viele Ladeninhaber und Verkäufer in der Innenstadt über mangelnde Kundschaft. All jene, die sich doch irgendwie auf den Frauen- oder Hauptmarkt durchkämpfen, tun das offenkundig vorsorglich auch zu Fuß. „Gestern hat eine Frau ihren PC vom roten Haus bis zu unserem Geschäft getragen, weil sie nicht wusste, wie sie herkommen sollte“, empört sich ein Großenhainer. Besonders die an verschiedenen Punkten aufgestellten Sackgassenschilder sorgten für Verwirrung und werden kritisiert.

Dass die Vollsperrung nicht für Jubelschreie sorgen werde, habe man sich laut Matthias Schmieder denken können. Wie der Geschäftsbereichsleiter Stadtkultur und Ordnung auf SZ-Anfrage erklärt, hätten sich in dieser ersten Woche zwei Probleme herauskristallisiert: Die infrage gestellte Erreichbarkeit der Innenstadt und tatsächlich jene Sackgassenschilder. „Allerdings haben wir diese nicht ohne Grund aufgestellt. Bei der letzten Absperrung haben wir nur einmal darauf hingewiesen, und die Laster sind in die Katharinengasse reingefahren“, erinnert Matthias Schmieder. Um auf die geöffneten Geschäfte im Zentrum hinzuweisen, seien am Donnerstagnachmittag an verschiedenen Stellen Hinweisschilder aufgestellt worden. „Aufgrund des guten Wetters gehen die Arbeiten aber bis jetzt zügig voran. Und ich denke, die einmalige Sperrung ist dennoch günstiger als neuerliche Wechsel!“