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Starker Rückhalt

Die Dresdner Eislöwen können sich auf ihren Torhüter verlassen. Marco Eisenhut hält, was der Trainer sich von ihm verspricht.

© Robert Michael

Von Maik Schwert

Ende September ist Oktoberfestzeit. Doch Marco Eisenhut vermisst die Wies’n nicht. Klar, von 2014 bis 2017, als er beim ERC Ingolstadt in der Deutschen Eishockey-Liga unter Vertrag stand, sind sie jedes Jahr einmal nach München gefahren. „Als Teambildungsmaßnahme“, sagt der gebürtige Deggendorfer. „Das war schon ein lustiger Abend mit den Jungs – gescheit essen, das eine oder andere Bier trinken und auch das eine oder andere Fahrgeschäft nutzen.“ Jetzt muss er das nicht machen und von Dresden aus vier bis fünf Stunden nach München reisen.

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Das muss der 22-Jährige tatsächlich nicht tun, denn in der Rinne im Ostragehege, unweit seines Arbeitsplatzes in der Eishalle, feiert das Pichmännel, wenn auch einige Nummern kleiner. „Ich habe schon davon gehört und auch mal hingeguckt, bin aber noch nicht dagewesen und weiß daher nicht, wie es ist.“ Er hat nichts dagegen, dass es so was wie das Oktoberfest inzwischen beinahe überall gibt. „Wenn es gut gemacht ist, geht das in Ordnung. Dann bekommen die Leute ein Gefühl dafür.“

Der Eislöwen-Goalie hat es auch nicht so mit Traditionen: „Das wird doch mit der Zeit fast überall immer weniger.“ Natürlich ging es in seiner Ingolstädter Zeit jedes Mal in Tracht zum Oktoberfest: „Beim ERC haben die Ausländer vom Klub eine Lederhose bekommen.“ Bloß bei einer Sache bleibt er der Tradition treu: „Weißwurst gibt’s lediglich zum Frühstück.“ An freien oder Sonntagen hat der Keeper Appetit drauf. Auch ansonsten schwört er auf Klassiker aus Bayern, beispielsweise Leberkäse.

Allerdings sucht der Schlussmann noch einen Metzger seines Vertrauens. „Vielleicht kann mir da unser Trainer weiterhelfen. Er hat bestimmt schon rumprobiert und was gefunden.“ Gefunden hat Franz Steer auf alle Fälle seine Nummer eins. Egal, ob seine Mannschaft gewinnt oder verliert: Eisenhut hebt er immer heraus. Mal ist seine Leistung der „Schlüssel zum Erfolg“. Mal zeigt er „eine hervorragende Partie“. Auch Angreifer Marius Garten, der als bester Spieler den Goldhelm trägt, lobt ihn: „Marco ist sehr gut drauf. Er hält wirklich super.“ Der Torhüter sieht es gelassen: „Natürlich tut das gut. Es gibt Selbstvertrauen. Darauf kann ich aufbauen, weiter an mir arbeiten, um es noch besser zu machen. Klar ist aber auch, dass ich nicht in jedem Spiel unglaubliche Saves zeige.“

Das Vertrauen des Trainers ist ihm sehr wichtig. „Das war ja der Hauptgrund für meinen Wechsel, dass ich mich beweisen kann und so viel spiele wie möglich, wenn ich meine Leistung bringe.“ Eisenhut ist schon jetzt ein starker Rückhalt, strahlt viel Ruhe und Sicherheit aus – anders als am Anfang der Vorbereitung im August. „Das war aber auch logisch. Wir waren elf neue Spieler und ein neuer Trainer. Daran mussten wir uns erst mal gewöhnen.“

Gewöhnen muss er sich seit dieser Woche auch an einen neuen Trainer. David Schulze kümmert sich um die Goalies. Immer dienstags arbeitet er mit ihnen an ihren Schwächen. „Franz Steer hat zwar auch Ahnung davon, aber viele andere Aufgaben“, sagt Eisenhut. „Es ist schon wichtig, dass wir einmal pro Woche jemanden haben, der sich auf uns konzentriert, die Spiele anschaut und einzelne Situationen analysiert.“ Schulzes erster Eindruck ist positiv: „Marco ist ein angenehmer Typ. Er macht einen sehr kontrollierten Eindruck. Das kommt bei anderen erst mit Mitte, Ende 20“, sagt der 32-Jährige aus Niesky.

Bei Eisenhut kommt das daher, dass Eishockey „in der Familie lag“, wie er sagt. „Mein Opa war Eismeister und mein Papa Eishockeyspieler.“ Von Beginn an strahlten die Keeper auf den kleinen Jungen die größte Faszination aus – allein schon wegen ihrer ganzen Ausrüstung. „Es hat mich einfach gepackt.“ Mit 14 Jahren entschied der Schlussmann sich für die höhere Ausbildung, ging nach Landshut, spielte erst in der Deutschen Nachwuchsliga und dann in der DEL 2 – dort, wo er jetzt wieder im Tor steht; bei den Eislöwen. Dresden gefällt ihm – egal, ob Alt- oder Neustadt. Auch die Gegend sagt ihm zu. „Mit meiner Freundin bin ich schon auf dem Elberadweg sowie nach Meißen und Moritzburg gefahren. Sie ist Studentin in Bayern, hat noch Semesterferien und mich mehrfach besucht.“ Da verwundert es kaum, dass Eisenhut so gut wie nichts vermisst – nicht mal die Wies’n.