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Start an der Eisenbahnbrücke

Die Bahn baut bis 2020 die Strecke Dresden – Elsterwerda an der Stadtgrenze. Die Brücke wird ganz neu, der Bahndamm saniert.

© Norbert Millauer

Von Ines Scholze-Luft

Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Coswig/Radebeul. Dass das keine kleine Sanierung wird, zeigt schon der erste Blick auf die umfangreichen Vorbereitungen an der Eisenbahnbrücke Meißner Straße. Da brummt ein Bagger, fahren Strabag-Transporter hin und her, sind zahlreiche Bauleute oben auf dem Bahndamm zugange. Auf der Böschung wurden jede Menge Bäume und Sträucher gerodet. Doch nur von der Fläche, die für die Arbeiten in diesem Jahr gebraucht wird, sagt Kay Müller, Leiter Technik bei der DB Netz AG und für das Projekt zuständig.

Und er ergänzt, dass es entsprechende Ausgleichsmaßnahmen gibt, die für 2020/21 vorgesehen sind. Der Bahndamm soll nicht so nackt bleiben. Weitere Pflanzungen sind in Coswig und in Radebeul vorgesehen. Was und wann genau, wird noch festgelegt.

Eines steht jetzt schon fest: Wer derzeit zur Straßenbahnhaltestelle Eisenbahnbrücke will, muss gut aufpassen auf seinem Weg. Befindet sich doch auf Coswiger Seite die Zufahrt zu einem der Lagerplätze für die Bauarbeiten, mit spürbarem Fahrzeugverkehr, der noch zunehmen dürfte. An der Überfahrtsstelle über die Straßenbahngleise wurde zu deren Schutz Vlies verlegt, darauf Asphalt. Wozu dieser Aufwand, was will die Bahn hier eigentlich alles machen?

Ein Teilstück der Strecke Dresden – Elsterwerda wird modernisiert. Damit es dem Streckenstandard entspricht, damit die Züge schneller – mindestens 130 km/h – und sicherer fahren können, sagt Kay Müller. Circa drei Kilometer an der Stadtgrenze von Coswig sind an der Reihe, zwischen Eisenbahnüberführung Lachenweg, dem sogenannten Kreuzungsbauwerk Dresden – Elsterwerda sowie der Richtung Zitzschewig liegenden Verbindungskurve der Strecken Dresden – Elsterwerda und Leipzig – Dresden. Hier werden bis 2020 Gleis- und Oberleitungsanlagen, Signal-, Leit- und Sicherungstechnik sowie zwei Eisenbahnbrücken erneuert.

Ein Abschnitt, der es in sich hat, weil er intensiv befahren ist, mit Nah- und Fernverkehr, Güter- und Personenzügen. Und weil er an einer Schnittstelle von Straßenbahn, Straße und Zug liegt. Große Behinderungen für Autofahrer, Reisende, Anwohner und Straßenbahnnutzer soll es zumindest in diesem Jahr aber nicht geben, sagt Kay Müller. Von kleineren Sperrpausen – eine Stunde bis ein Tag – ist die Rede für den Zugverkehr. Und von einer teils verengten, doch nicht total gesperrten Meißner Straße. Trotz des prall gefüllten Programms. Das mit den Bauarbeiten am Gleis Elsterwerda – Dresden und der Eisenbahnüberführung Meißner Straße beginnt.

Wobei das Gleis dort fünf bis acht Meter Richtung Coswig rückt, im Bereich der Brücke künftig einen kleinen Bogen macht. Die neue Stahlbetonbrücke entsteht ein Stück weiter westlich als die Vorgängerin. Zuerst wird Teil eins des Brückenbauwerks auf Coswiger Seite errichtet, neben der alten Eisenkonstruktion. Die Gerüste sind voraussichtlich ab Jahresmitte zu sehen, zum Jahresende die neue Brücke, sagt Kay Müller. 2019 ist der Gleisanschluss vorgesehen, die alte Brücke wird ab-, Teil zwei der neuen aufgebaut. Sie kommt ohne Stütze aus, 30 Meter Abstand sind zwischen den Widerlagern, den Übergangen zwischen Brückenkonstruktion und Erddamm.

Saniert wird außerdem der Bahndamm für das neue Gleis. Am 5. Februar geht es neben der Eisenbahnbrücke Meißner Straße los mit dem Verbau. Das heißt, Spundbohlen, neben dem Gleis in die Erde gebracht, sollen verhindern, dass beim Arbeiten an der Böschung etwas nachrutscht. Vorm Verbreitern der Böschung wird am bestehenden Hang eine Art Treppe angelegt, damit sich das angefüllte Material besser mit der alten Böschung verbindet und nicht absackt, beispielsweise bei Regen.

Auch dafür werden die großen Lagerflächen an der Baustelle gebraucht. Wie Kay Müller sagt, werden beim Erneuern von Böschung, Damm und Gleisen über 100 000 Kubikmeter Erde und anderes Material bewegt. In etwa der Rauminhalt von über 40 olympischen Schwimmbecken.

Gegen den Bahnlärm soll ebenfalls etwas getan werden. Mit einer fünf Meter hohen, 130 Meter langen Schallschutzwand, die neben der bereits bestehenden Wand in Höhe der Lungenklinik entsteht. Wenn die Arbeiten wie geplant im Mai 2020 abgeschlossen sind, werden laut Kay Müller bisherigen Berechnungen zufolge insgesamt 30 Millionen Euro investiert worden sein.