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Start zur Sportlerumfrage 2015 im Altkreis Löbau-Zittau

Erstmals ist die Abstimmung auch online möglich. Zum Auftakt gibt Bertsdorfs Ski-Ass René Sommerfeldt dem Nachwuchs Tipps fürs Training.

© privat

Von Holger Gutte

Löbau-Zittau. Besonders schwierig ist diesmal die Auswahl der insgesamt 26 Kandidaten in den fünf Kategorien der Sportlerumfrage gewesen. Vor allem beim Nachwuchs sind im vergangenen Jahr viele hervorragende Ergebnisse und Medaillen errungen worden. Und vielleicht schafft es einer dieser Kandidaten auf dem Tippschein einmal sogar wieder bis zu einer Teilnahme bei den Olympischen Spielen. Vorbilder aus dem Altkreis Löbau-Zittau gibt es dafür genügend. Die jüngsten Beispiele liegen mit dem Löbauer Schnellfeuer-Pistolenschütze Christian Reitz, der 2008 die Bronze-Medaille gewann, oder dem Bertsdorfer Skilangläufer René Sommerfeldt, der 2002 Bronze und 2006 Silber holte, noch gar nicht so lange zurück. Mit dem Bertsdorfer sprach die SZ zum Beginn der Sportlerumfrage.

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Zur Online-Abstimmung geht´s oben auf der Seite www.sz-online.de/sachsen/zittau

Herr Sommerfeldt, in Ihrer Oberlausitzer Heimat beginnt gerade die Sportlerumfrage der Sächsischen Zeitung. Welchen Tipp würden Sie als Trainer der Deutschen Skilanglaufnationalmannschaft der Junioren unseren Nachwuchskandidaten auf dem Tippschein mit auf den Weg geben?

Immer fleißig trainieren und sich nicht unterkriegen lassen, wenn es mal nicht so läuft. Und möglichst so oft es geht auf den Brettern stehen. Mit fünf, sechs Jahren sollte man damit schon beginnen. Dabei ist es ganz wichtig auch auf die Technik zu achten. Sehr häufig ist es leider so, dass die zwölf bis 13-Jährigen, die zu uns an die Sportschule kommen, technisch nicht mehr so gut sind. Das war noch vor einigen Jahren anders. Allerdings liegt das auch am Schneemangel in vielen Regionen. Dann haben die Vereine einfach zu wenig Möglichkeiten zum Trainieren. Wir versuchen das dann an der Sportschule wieder wettzumachen. Besser ist es aber, solche technischen Schwächen schleichen sich gar nicht erst ein. Deshalb so oft es geht, weg vom Handy und PC und Skifahren.

Ihr Sohn Tristan misst sich bei Wettkämpfen regelmäßig auch mit einem Skispringer vom SC Kottmar. Niclas Tutte steht in einer der Nachwuchskategorien mit auf dem Stimmzettel unserer Sportlerumfrage. Achten Sie bei Wettkämpfen auf Sportler aus Ihrer Heimat?

Na klar. Ich finde das schön, wenn sie erfolgreich sind. Man freut sich mit. Ich komme mit meinem Jungen auch gern zum Springen auf die Kottmarschanze. Tristan, Niclas Tutte vom SC Kottmar und auch Nick Schönfeld vom VSC Klingenthal haben sich schon spannende Springen geliefert. Sie gehören einem starken Jahrgang an, wo aber noch mehr gute Leute dabei sind.

Trauen Sie ihren beiden Jungs auch mal eine Teilnahme an den Olympischen Spielen zu?

Sage niemals nie. Mal sehen, wie sie sich entwickeln. Tristan trainiert mit relativ wenig Aufwand. Ich bin auch nicht einer, der ihn ständig vor die Tür bälzt. Er ist schon ehrgeizig genug. Naja und bei Sten - unserem Jüngsten - müssen wir sehen, wie er sich macht. Er ist jetzt fünf und steht aber auch schon zwei Jahre auf den Brettern.

Wird er Skilangläufer wie sein Vater oder will er auch lieber springen wie sein älterer Bruder?

Natürlich springen.

Ihre Mutter wohnt noch in Bertsdorf. Kommen Sie oft in die alte Heimat?

Naja, eher nicht so häufig. Die Kinder fahren in den Ferien aber schon zur Oma. Und wenn es zeitlich passt, fahre ich mit ihnen natürlich auch zum Mattenspringen an die Forstenschanze in Spitzkunnersdorf oder an die Kottmarschanze. Das sind große Events für den Nachwuchs. Und mit den guten Springern aus Tschechien gibt es hier eine starke Konkurrenz.

Haben Sie noch Kontakt zu ihrem Heimatverein, dem Bertsdorfer SV?

Wenig. Aber zu meinem 40. Geburtstag im vergangenen Jahr sind einige zu mir nach Oberwiesenthal gekommen. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

Welche Ziele haben Sie sich selber als nächstes gesteckt?

Nächste Woche sind die Deutschen Meisterschaften in Oberhof. Ich hoffe, dass sich möglichst viele aus meinem Team dort für die Junioren-Weltmeisterschaft qualifizieren können. Das ist erst mal das Nahziel. Denn am 22. Februar ist schon die Junioren-WM in Rumänien.