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Startschuss für Aronia-Ernte

Der Bioobstbaubetrieb Görnitz liest auf seiner Plantage an der Elbe erstmals Demeter-anerkannte Beeren. Auch die Selbstpflücke geht wieder los.

© dpa

Von Ulrike Keller

Neusörnewitz. Die größte Aronia-Anbaufläche Westeuropas liegt in Brockwitz. Hier beginnt am 3. August die Erntesaison. Auf der 64-Hektar-Plantage startet der Neusörnewitzer Bioobstbaubetrieb Görnitz die Beerenlese. Nachdem das Unternehmen vorigen Herbst eine Demeter-Zertifizierung erhielt, holt es in diesem Jahr zum ersten Mal Demeter-anerkannte Beeren vom Strauch.

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„Wenn wir auf das Ergebnis vom vergangenen Jahr kämen, wären wir froh“, sagt Betriebschef Michael Görnitz. Da brachte es das Unternehmen auf 300 Tonnen. „Allerdings gehen wir dieses Jahr von einer etwas geringeren Ernte aus“, so Görnitz zur SZ. Aufgrund des Spätfrostes rechnet er mit etwa 15 Prozent weniger Ertrag.

Bereits seit 2011 arbeitet der Betrieb mit der Dresdner Firma Aronia Original Naturprodukte GmbH zusammen, die die gesamte Ernte vermarktet. So werden die Brockwitzer Beeren und daraus gepresste Säfte deutschlandweit in ausgewählten Bio-Läden und Märkten wie Rewe und Edeka erhältlich sein.

Michael Görnitz zufolge läuft am 4. und 5. August auch die Aronia-Selbstpflücke an. Wie bereits im vergangenen Jahr können sich die Liebhaber des tiefblauen Gesundheitswunders auf dem Feld neben der Apfelplantage an der Straße zwischen Neusörnewitz und Altzaschendorf nach Herzenslust eindecken.

Trotz der voraussichtlichen Ertragseinbußen verspricht der Betriebschef, die Preise auf dem Niveau von 2016 zu halten. Das sei auch als Geste an die treuen Kunden gedacht. Als weitere Selbstpflücke-Termine kündigt er den 12. und 13. August an. Dann jedoch direkt auf der Plantage am Elberadweg in Brockwitz – zum jährlichen Aronia-Fest auf diesem Gelände. „Es wird viel Neues rund um die Beere geben“, verrät Michael Görnitz. Zahlreiche Vorträge sollen über den Anbau und die Wirkweise informieren. Auch viel Unterhaltsames sei geplant.

Die vitaminreiche Beere wird bereits seit Jahrzehnten im Raum Coswig kultiviert. Schon 1978 wurden kleine Bäumchen angepflanzt, weiß Michael Görnitz aus Erzählungen. „Zu DDR-Zeiten brauchte man die Beeren vor allem wegen des Farbstoffs, zum Beispiel fürs Leckermäulchen.“ Zur Wende war Aronia zunächst nicht mehr gefragt. Die Felder in Brockwitz wurden gerodet. 1993/94 fragte dann bei der damaligen Obstbaugemeinschaft Görnitz, Grosser und Schulz eine Rohstofffirma an, die sich wieder auf Naturfarbstoffe konzentrieren wollte. Für diesen Abnehmer wurden jene Sträucher gepflanzt, die noch heute stehen. Gut zehn Jahre später kamen erste Studien zur gesundheitsfördernden Wirkung der Beere heraus. Ab 2007/2008 begann Obstbau Görnitz, Aronia zu Saft verarbeiten zu lassen.

Die Beere ist hierzulande auch als schwarze Apfelbeere bekannt. Ursprünglich stammt sie aus dem östlichen Nordamerika. Die dort lebenden Ureinwohner schätzten die Pflanze und nutzten die Blätter und Früchte zur Herstellung von Winterproviant und Tee. Um etwa 1900 wurde die Aroniapflanze nach Europa gebracht.