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Startschuss für Betreutes Wohnen

In Seifhennersdorf haben die Arbeiten für das Projekt „Grenzlandhaus“ begonnen. Nicht nur eine Arztpraxis zieht ein.

© M. Weber

Von Holger Gutte

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Mit dem „Dornröschenschlaf“ des Umgebindehauses in der Rumburger Straße 10 in Seifhennersdorf ist es vorbei. Der erste Bauabschnitt für das Projekt „Grenzlandhaus“ hat bereits begonnen. Damit bekommt nun auch die Oberlandstadt eine Anlage für Betreutes Wohnen und eine Tagespflege. Investor Thomas Oertner verwirklicht hier nun sozusagen einen Seifhennersdorfer Traum. Denn schon seit der Wende gilt der Bau einer betreuten Wohnanlage als das wichtigste Vorhaben in der Stadt. Die Stadtverwaltung konnte ihn bisher aber nie realisieren, weil sich kein Investor fand.

Rechtsanwalt und Unternehmer Thomas Oertner hat eigens für das Bauvorhaben die Projektgesellschaft Grenzland Verwaltung GmbH, deren Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter er ist, gegründet. In enger Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde und mithilfe von Restauratoren aus der Region ist es ihm und seinem Planungsteam unter Leitung von Architektin Friederike Cieslak gelungen, sehr viele alte Elemente des Hauses zu bewahren.

Das Projekt Grenzland-Haus besteht aus einem Neubau von drei miteinander verbundenen Häusern für seniorengerechtes Wohnen sowie dem denkmalgeschützten Faktorenhaus. In letzteres sollen nach der Sanierung eine Arztpraxis, die Rechtsanwaltskanzlei von Thomas Oertner sowie weitere Büroräume untergebracht werden. „Die Planungen für die denkmalgerechte Sanierung des Faktorenhauses sind abgeschlossen“, sagt Thomas Oertner. Schon im April 2018 soll darin die Seifhennersdorfer Fachärztin für Allgemeinmedizin, Gabriele Hosang, ihre neue Praxis eröffnen können. Die wird dann im Erdgeschoss des Umgebindehauses barrierefrei sein.

Bereits Ende Juli sind die beiden Anbauten am Umgebindehaus abgerissen worden. Sie verbanden einst das Verwaltungsgebäude mit der ehemaligen Textilfabrik, die längst schon aus dem Stadtbild verschwunden ist. Am Gebäude ist auch bereits der Putz entfernt worden. „Die Gebäudesubstanz ist noch erstaunlich gut erhalten geblieben“, sagt Thomas Oertner. Das wurde noch deutlicher nach dem Abschleifen des Fachwerkes. Die Arbeiten für die Dach-Sanierung, Maler- und Putzarbeiten an der Fassade sowie die Zimmermannsarbeiten sind vergeben. „Wir haben ausschließlich Firmen aus Seifhennersdorf und der Umgebung damit beauftragt“, sagt der Investor.

Begeistert zeigt Thomas Oertner beim Rundgang durch das Haus auf ein ausgebautes Verbundfenster. Selbst die Fachleute haben über den Schließmechanismus gestaunt, der noch einwandfrei funktioniert. Ein erfahrenes Unternehmen aus Uhyst wird die Fenster jetzt wieder originalgetreu aufarbeiten.

Dort, wo bei der Sanierung des Daches kaputte Biberschwänze ausgewechselt werden müssen, sollen etwa ebenso alte handgefertigte Dachziegeln eingebaut werden. Am Dachstuhl selbst sind nur kleinere Reparaturen notwendig, schildert er. Wegen der Statik ist zusätzlich aber noch der Einbau von einigen Versteifungen vorgesehen. In einem Teil des Obergeschosses ist allerdings der vom Schwamm angerichtete Schaden etwas größer als angenommen. Deswegen werden dort die Arbeiten umfangreicher.

Begonnen haben die Arbeiten auch bereits am terrassenförmig angelegten Garten zur Rumburger Straße hin. Den Charakter der Terrassen will Thomas Oertner erhalten. Die Mauern werden saniert beziehungsweise zum Teil wieder aufgebaut. Das trifft auch für den Treppenaufgang zur Haustür zu. Die alten steinernen Zierelemente hatte der Bauhof der Stadt glücklicherweise geborgen. Sie sollen wieder an ihrem ursprünglichen Platz kommen. „Das Fachwerkhaus hat mal der besten Freundin meiner Oma gehört“, sagt Thomas Oertner. So weiß er jetzt anhand eines alten Fotos, was sich mal auf welchem Sockel befand.

„Bei der Konzeption für den Neubau sind wir im Moment gerade bei der finalen Abstimmung“, sagt er. Der Bauantrag soll im Herbst diesen Jahres erfolgen. Baubeginn wird im Frühjahr 2018 sein. Thomas Oertner hat zwei Interessenten, die die Gebäude betreiben möchten. Er ist noch mit beiden im Gespräch. Denn er möchte in den Neubauten Betreutes Wohnen und Tagespflege anbieten. Die Betreiber aber jeweils nur eines von beiden. Aber er ist zuversichtlich, dass er einen von beiden überzeugen kann, beides anzubieten. Insgesamt sieht das Projekt „Grenzlandhaus 16 Plätze für Betreutes Wohnen, 15 bis 18 Plätze für die Tagespflege und 40 für die Altenpflege vor. Ende 2019 sollen dann auch die Neubauten bezugsfertig sein.