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Stationen der Reformation in 3D

Der Kulturbund will noch mehr Bleibendes über Martin Luther zeigen. Die Idee ist auf einem guten Weg. Bei den Räumen hapert es aber noch.

© André Braun

Leisnig. Klaus Möser aus Grimma scheint auf vielen Gebieten talentiert zu sein. Unter anderem gestaltet er 3D-Bilder. Durch Pappen in mehreren Lagen wirken Gebäude plastisch. Zinnfiguren, denen Möser noch eine mittelalterliche Farbgestaltung gibt, stellen Menschen, Tiere und Alltagsszenen dar. „Mehr als 1 000 Arbeitsstunden stecken in jedem Bild“, erzählt Kulturbundvorsitzende Carla Lichtenstein begeistert. Der Verein möchte die bislang rund 30 Bilder kaufen. Denn allesamt stellen sie Stationen Martin Luthers und der Reformation dar. Sie zu zeigen, dafür hat Leisnig im Stadtgut ideale Voraussetzungen – wenn noch ein paar bauliche Dinge erledigt sind.

Das erzählten Carla Lichtenstein und Bürgermeister Tobias Goth (CDU) dem Vorstandschef der Kreissparkasse Uwe Krahl. Er übergab eine Spende in Höhe von 1 500 Euro. Damit fällt es dem Verein wesentlich leichter, die Bilder anzuschaffen.

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Ab wann die im zweiten Obergeschoss des Stadtgutes zu sehen sind, vermag Goth noch nicht zu sagen. Die Stadt wollte bis Ende Mai Fördergeld aus einem EU-Programm für weitere Sanierungen und Konservierungen im Stadtgut – einem der ältesten Häuser Leisnigs – beantragen. „Das haben wir zum Termin nicht geschafft. Deshalb reichen wir den Förderantrag im September ein“, so der Bürgermeister.

Also hat Klaus Möser auch noch genügend Zeit, ein Leisnig-Bild anzufertigen. „Das hat er uns versprochen“, verrät Carla Lichtenstein. Luther soll Leisnig zweimal in den Jahren 1522 und 1523 für jeweils fünf Tage besucht und an der Leisniger Kastenordnung mitgewirkt haben. Mehr dazu, der Reformation, zur Entwicklung der Kirchenmusik, auch der örtlichen, können Interessierte in einer Dauerausstellung im Stadtgut erfahren. Dort hat indes auch die einstige Wanderausstellung „Mensch Martin, Hut ab“ ein Zuhause gefunden. Sie ist für Grundschüler konzipiert und lädt zum Mitmachen und Entdecken ein. Für Carla Lichtenstein steht deshalb fest: „Herrn Mösers Bilder passen da auch konzeptionell viel besser ins Stadtgut als in ein Zinnfigurenmuseum.“ (DA/sig)