merken

Deutschland & Welt

Statistik für Unfälle mit E-Rollern geplant

Etliche Menschen sind mit den kleinen Flitzern bereits verunglückt - wie viele genau, soll jetzt einzeln erfasst werden. Aber es gibt noch ein Problem.

Besonders Großstädte haben seit Einführung der E-Scooter zahlreiche Unfälle zu verbuchen.
Besonders Großstädte haben seit Einführung der E-Scooter zahlreiche Unfälle zu verbuchen. © Henning Kaiser/dpa

Wiesbaden. Das Phänomen E-Tretroller soll sich ab 1. Januar auch in der offiziellen Unfallstatistik wiederfinden. Das bestätigte ein Sprecher des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden. Zurzeit sei man noch in Kontakt mit den Innenministerien der Länder, die entsprechende Zahlen nach Wiesbaden schicken sollen. Wenn das funktioniere, könne man zum Jahresbeginn erstmals E-Scooter-Unfälle einzeln erfassen.

Bisher tauchen die elektrischen Tretroller laut Bundesamt nur unter der Sammelkategorie "sonstige Fahrzeuge" auf. Die E-Scooter - erlaubt seit dem 15. Juni - seien eine neue "Verkehrsbeteiligungsart", die die Statistiker gern einzeln ausweisen wollten. Das Problem sei allerdings, dass die einzelnen Landespolizeibehörden unterschiedliche Datenbanken nutzen, so das Bundesamt. Wenn die Behörden ihrerseits E-Scooter-Unfälle einzeln im Computer erfassen und dann weiter leiten könnten, stehe dem Start am 1. Januar nichts im Wege.

Anzeige
Lust auf neue Kunden?

Wie Sie mit der sz-Auktion gleich doppelt gewinnen und was Sie dafür tun müssen.

In den Innenministerien arbeitet man daran. So sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenressorts in Düsseldorf: "Die nordrhein-westfälische Polizei bereitet sich technisch darauf vor, Verkehrsunfälle mit E-Tretrollern ab dem 1. Januar 2020 statistisch zu erfassen."

Besonders Großstädte haben seit Einführung der E-Scooter zahlreiche Unfälle zu verbuchen. Die Polizei Köln hatte jüngst eine Zwischenbilanz gezogen. Demnach gab es zwischen 15. Juni und 18. November 104 Verkehrsunfälle mit 109 Verletzten "unter Beteiligung von E-Scootern". 24 Menschen hätten dabei schwere und 85 leichte Verletzungen erlitten. "89 dieser Verletzten waren Fahrer von E-Scootern. 88 Prozent dieser Unfälle verursachten E-Scooter-Fahrer", so die Polizei. Bei knapp einem Drittel der Unfälle seien Fahrer betrunken gewesen.

Die Verleihfirmen, die E-Scooter in vielen Städten bereitstellen, weisen die Fahrer zumindest auf Gefahren hin. So muss man zum Beispiel bei "Voi" vor Abfahrt per Klick einige Regeln bestätigen - darunter "Ich weiß, dass Helme großartig sind" oder "Ich werde nicht unter dem Einfluss von Drogen und/oder Alkohol fahren". Der Anbieter "Tier" mahnt die Fahrer, nicht schneller als die erlaubten 20 km/h unterwegs zu sein - "vor allem, wenn du bergabwärts fährst".

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Das Alkoholproblem der E-Roller-Fahrer

Die Fahrer von E-Scootern sind in Dresden mittlerweile für über die Hälfte der Alkoholverstöße im Straßenverkehr verantwortlich. Die Polizei ist besorgt.

Symbolbild verwandter Artikel

E-Roller-Nutzer müssen Bußgelder bezahlen

Den geliehenen Roller einfach irgendwo hinknallen - das geht jetzt nicht mehr. Auch Dresden ist betroffen.

Der E-Scooter-Verleiher "Bird" hat zum Winter seine 4.400 Roller in allen deutschen Städten von den Straßen geholt - aus Sicherheitsgründen. Die Zahl der Unfälle könnte durch Schnee und Eis noch einmal ansteigen. Sichere Zahlen dazu gäbe es erst ab Januar - wenn alles so klappt, wie das Statistische Bundesamt es sich vorstellt. (dpa)