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Stauda feiert 750-Jahrfeier

Am zweiten Wochenende im September geht es in dem Priestewitzer Ortsteil rund. Abspielen wird sich alles draußen.

© Klaus-Dieter Brühl

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Stauda. Eine Straße, knapp 100 Einwohner, ein großer Fruchthof und das bekannte Gestüt Vité – das ist Stauda. Das kleine Dörfchen liegt recht unscheinbar zwischen Wantewitz und Lenz. Doch vom 7. bis 9. September, da brennt in Stauda die Luft. Immerhin 750-jähriges Bestehen kann das Dörfchen schon begehen. „Wir wollen alles draußen feiern, auf unserer Straße rund um das alte Brauhaus“, sagt Konrad Zscheile, der just in der ehemaligen Gaststätte wohnt und im Organisationskomitee mitarbeitet. Freitagabend soll es einen Skatabend geben, am Sonnabend sind abendlicher Tanz und die alljährlichen Bauernwettkämpfe geplant. Am Sonntag findet das traditionelle Vogelschießen statt.

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Konrad Zscheile war – wie andere Staudaer auch – schon 1993 aktiv, als das 725. Ortsjubiläum begangen wurde. Damals wurden danach gerade die Straße neu gemacht und der Regenwasserkanal, erinnert er sich. Damals war auch der Zscheilesche Gasthof noch in Betrieb – bis 2011 geleitet von Zscheiles Mutter. Klares Wasser fließt hier seit über 500 Jahren aus der Quelle und war Grundlage für eine einstige Brauerei und Limonadenfabrikation. Bis 1963 wurden hier noch Bier und bis 1974 alkoholfreie Getränke hergestellt.

War die Ersterwähnung schon 1225?

Weil diese Geschichte nicht in Vergessenheit geraten soll, werden die Festveranstalter auch die Ortschronik durchforsten. Geführt wird sie von Christian Beger. Der Rentner kennt sich gut mit der Historie des Fleckchens und Pfarrer Hasche als früherem Chronisten aus. „Wir wollen Schautafeln zur Ortsgeschichte aufstellen und bisschen was Historisches auf die Tische legen“, sagt Zscheile. Allerdings ist das Gründungsjahr Staudas doch umstritten. Nennt der Stadt- und Landkalender von 2018 Stauda gemeinsam mit Reinersdorf und Hoyerswerda als 1268 ersterwähnt, so ist bei Wikipedia schon von 1225 die Rede. Diese Angabe macht auch das Standardwerk „Großenhainer Pflege“ aus der Reihe „Landschaften in Deutschland“. Dort wird allerdings erklärt, dass die Urkunde von 1225 erst 1340/49 bezeugt wurde. Sie steht im Zusammenhang mit dem Seußlitzer Kloster, dem Klarissenorden und Otto III.

225 Hektar ist der Ort heute groß. „Erste Funde menschlicher Besiedlung gibt es in Stauda bereits aus der Jungsteinzeit. Am Nordrand des Dorfkerns ist ein mittelalterlicher Wallkörper zu finden, in dessen Inneren sich ein zum Teil verkohltes Holzkastenwerk verbirgt, was auf eine gewaltsame Zerstörung der Anlage schließen lässt“, heißt es bei Wikipedia. Bei Stauda handele es sich ursprünglich um ein Straßenangerdorf, das im Bereich einer slawischen Siedlung angelegt wurde. „Studowe“ – der Ortsname wird als „Siedlung, wo es kalt ist“ gedeutet. Später hieß Stauda Studow (1378), Staude (1471, 1791) und Stauda (1540).

Im Laufe der Jahrhunderte gab es einige Besitzerwechsel. Ursprünglich eben dem Kloster Seußlitz untertänig, gehörte Stauda 1378 zur Burg Hayn. Ab 1551 gehörte das inzwischen angewachsene Dorf zum Rittergut Batzdorf und wurde schließlich 1590 Amtsdorf von Großenhain. Kirchlich war Stauda seit 1539 nach Strießen eingepfarrt, wo sich auch die Schule befand. 1960 wurde der Ort mit der Nachbargemeinde Kottewitz zu Kottewitz-Stauda vereinigt. Die wiederum ging 1973 in der Gemeinde Priestewitz auf.

Fest vom 7. bis 9. September, Priestewitzer Straße 13