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Steht Schloss Promnitz kurz vor dem Verkauf?

Die Gemeinde bestätigt, dass es einen Interessenten gibt. Die SZ hat sich in dem kleinen Dorf umgehört.

Das Baugerüst rund um das Schloss Promnitz stand einst für die Hoffnung, ein historisches Kleinod nicht nur zu retten, sondern zu neuem Glanz zu verhelfen. Inzwischen erinnert es nur noch an die Fehlentscheidung der damaligen Gemeinde Röderau, 1996 dem Verkauf von der Treuhand an den falschen Mann zugestimmt zu haben. Der Schwabe Willi Hommel wollte hier eine Zuchtanlage für Strauße und Damwild, einen Pferdehof sowie eine Ausflugsgaststätte einrichten. Tatsächlich war der als skurriler Kauz verschriene Rentner auch des Öfteren vor Ort. Umgesetzt von den großen Plänen hat er bis zum heutigen Tag aber nichts.

Und mittlerweile haben die Promnitzer Hommel schon lange nicht mehr gesehen. „Er ist sterbenskrank“, heißt es. Deshalb sei er nun bereit, das 1603 im Renaissancestil erbaute Schloss direkt an der Elbe zu verkaufen. Auf Nachfrage der SZ bei der Zeithainer Gemeindeverwaltung gibt es auch tatsächlich prompt eine kurze, aber dennoch positive Antwort: „Der Vorgang und der Interessent sind uns bekannt. Allerdings möchten wir uns dazu zum Schutz des Interessenten aktuell nicht äußern“, sagt Bürgermeister Ralf Hänsel (parteilos). Schließlich handelt es sich um Privatbesitz. Aber an so einer bedeutenden Stelle direkt am Elbradweg gegenüber Riesas Stadtzentrum werden Spekulationen doch wohl erlaubt sein? Ein Rundgang im Dorf gibt dem Recht. Der mögliche Verkauf des Schlosses ist derzeit Hauptthema.

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Hier ist man sich hier sicher, dass der Künstler Franns Promnitz zu Promnitzau nicht der potenzielle Käufer ist. Der Leipziger mit Promnitzer Urahnen hatte vor Jahren – sogar mit der Billigung Hommels – einen Freundeskreis gegründet, um das Schloss wieder auf Vordermann zu bringen. Er veranstaltete Konzerte, organisierte Aufräumaktionen. Allerdings kritisierte er schon früh mangelndes regionales Interesse. Nach 2010 hörten die Promnitzer nichts mehr von ihm.

Doch auch jetzt soll es sich um Nachfahren der Promnitzer Adelsfamilien handeln. „Die haben sich schon mit Hommel geeinigt“, weiß man. Deshalb sind wohl auch schon alle Eingänge des Schlosses gesichert wurden. Man rechnet hier noch vor Jahresende mit einer endgültigen Entscheidung.

Für das Schloss wäre das dringend notwendig. Von dem Glanz – die Fachliteratur hebt zum Beispiel Öfen aus Meißner Porzellan und gewölbte Wohnräume hervor – ist kaum noch etwas übrig. Schuld daran sind jahrzehntelange Vernachlässigung, Vandalismus und Hochwasser. An manchen Stellen scheint das Schloss sogar einsturzgefährdet. Und trotzdem haben die Promnitzer ihren Optimismus nicht verloren. Sie hoffen nun, dass sich bald sichtbar was tut an „ihrem“ Schloss. Antje Steglich