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Steinböcke bleiben verschwunden

Von den drei nach Bayern verkauften Steinböcken aus dem Zoo Hoyerswerda fehlt weiter jede Spur - und der Käufer verhält sich merkwürdig.

© Symbolbild/dpa

Von Uwe Schulz

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Hoyerswerda. Von den drei nach Bayern verkauften Steinböcken fehlt weiter jede Spur. Eugène Bruins, Leiter des Hoyerswerdaer Zoos, war am Wochenende in Kronmühle, wo die Tiere seit Ende September leben. Vor Ort erlebte er dasselbe wie kurz zuvor Tierrechtler Frank Albrecht:

Die Steinböcke sind nicht zu sehen und der Käufer verhält sich merkwürdig. Wie Zoo-Sprecher Felix Pal sagt, habe der Käufer auf telefonische Nachfrage abermals versichert, dass es den Tieren gut gehe, sie aber an anderer Stelle untergebracht seien. Er wollte aber nicht verraten, wo. Vor Ort war der Mann für Bruins nicht zu sprechen, sodass dieser wieder abreiste.

Doch dabei will man es nicht belassen. „Der Zoo wird alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um den Aufenthaltsort der Tiere abschließend zu klären“, sagt Pal. Per Kaufvertrag vom 22. September habe sich der Käufer schriftlich verpflichtet, „die bestmögliche Unterbringung, Pflege und veterinärmedizinische Versorgung der Tiere zu garantieren“.

Es könne derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass der Käufer diese Pflichten verletzt und den Zoo arglistig getäuscht habe. Pal will das zwar zunächst noch nicht kommentieren, aber es ist davon auszugehen, dass man in diesem Fall zumindest rechtliche Schritte prüft. Ansonsten geht es dem Zoo Hoyerswerda jetzt um möglichst große Transparenz. Der Aufsichtsrat wurde informiert. Zudem will man andere Zoos, Tierparks und Wildgehege über den Fall benachrichtigen.

Grundsätzlich mache sich der Zoo keine Vorwürfe. Es sei durchaus üblich, dass Tiere, sofern sie nicht unter Schutz stehen, auch an Privatpersonen verkauft werden. Üblicher wäre aber ein Tausch zwischen Zoos. Und sobald für eine Tierart ein Zuchtbuch geführt wird, läuft die Vermittlung automatisch über den Führer des Buchs.

Steinböcke gehören zur Gattung der Ziegen und genießen keinen gesonderten Schutz. Laut Pal sei man nicht stutzig geworden, zumal der Käufer die Impfungen übernommen hatte. Dass es den seinerseits angegebenen Wildpark gar nicht gibt, habe man nicht gewusst, da es keine Kontrolle gab. Dafür existierten ja Verträge. Allerdings müssen Käufer offenbar nur selten Nachkontrollen befürchten.

Nach wie vor kann nur spekuliert werden, was aus den Steinböcken geworden ist und ob sie noch leben. Denn nach allem, was bislang bekannt ist, bietet der Käufer auch Jagden in seinem Gatter an.

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