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Steiniger Weg zum Geopark

Die Region soll mithilfe eines Titels für Touristen attraktiver werden. Dafür ist noch einiges zu tun.

© Andreas Weihs

Von Verena Schulenburg

Die Region um den Tharandter Wald soll Geopark werden. An diesem Gütesiegel arbeiten Städte, Gemeinden und viele Ehrenamtliche schon seit Längerem. Im Sommer 2015 gründete sich dafür auch der Verein Geopark Erlebnis Tharandter Wald. Zwei Jahre sind seitdem vergangen. Was ist in dieser Zeit passiert? Die Sächsische Zeitung hat nachgehakt und zieht Bilanz.

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Auf dem Weg zum Geopark

Wofür braucht die Region um den Tharandter Wald einen Geopark?

Das Ziel des Nationalen Geoparks Tharandter Wald und der Weißeritztäler – so lautet der korrekte Name – soll es sein, ein regionales Netzwerk zu schaffen, das die Angebote und Sehenswürdigkeiten der Umgebung unter einem Dach bündelt. Es geht darum, gemeinsame Interessen voranzutreiben, zum Beispiel den Tourismus zu stärken, Natur- und Umweltschutz zu fördern oder Traditionen zu pflegen. Dazu sollen die Besonderheiten der Region hervorgehoben werden, in kultureller, wirtschaftlicher wie geologischer Hinsicht. „Bisher gibt es nur einzelne Kommunen, aber keine Region“, erklärt Annett Geppert. Auch ein einheitlicher Tourismusverband für die Umgebung, wie es beispielsweise in der Sächsischen Schweiz der Fall ist, fehlt. Die 37-Jährige hat Geologie an der TU Freiberg studiert und leitet den Verein, der den Geopark schaffen will. Den Tharandter Wald hat die junge Frau, die ursprünglich aus Riesa kommt, während ihres Studiums genauestens kennengelernt. Sie ist vor allem mit seinen erdgeschichtlichen Besonderheiten vertraut: „Hier gibt es alle Gesteinsarten auf engem Raum, die sonst weit verbreitet in ganz Sachsen vorkommen“, erklärt Annett Geppert. Ziel sei es daher, solche Besonderheiten besser zu vermarkten und der Region damit eine stärkere Identität zu verleihen. Angedacht ist, am Vereinssitz an der Talstraße in Dorfhain künftig eine Art Besucherzentrum für den neuen Geopark zu schaffen. Denn Dorfhain selbst wäre auch der Mittelpunkt des neuen Geoparks, einer Region, die zwischen Wilsdruff und Dippoldiswalde, Bobritzsch und Freital liegt.

Was hat das Geopark-Team bisher erreicht?

„Wir haben viel geschafft. Aber es war nicht immer einfach“, resümiert Annett Geppert. Der Geopark ist bisher als Initiative der Nationalen Geoparks in Deutschland anerkannt. Bereits sieben Städte und Gemeinden der Region wollen das Projekt unterstützen. Zuletzt hatte Freital im Dezember 2016 seine Zustimmung bekräftigt. Weitere Kommunen sollen folgen. Mit finanzieller Hilfe aus der Leader-Region Silbernes Erzgebirge konnte dieses Jahr eine Personalstelle für das Projekt geschaffen werden. Außerdem finden unter dem Titel „Geoparkgeflüster“ regelmäßig Themenabende statt. Vorigen Sonntag fand zudem der Bergschätzetag des Erzgebirges in Dorfhain statt und lockte Hunderte Besucher an. Auch das Interesse am geplanten Geopark sei groß gewesen, so Geppert. Zu diesem Anlass wurde auch der „Weg der Gesteine“ am Vereinssitz eingeweiht, auch wenn er noch nicht ganz vollständig ist. Der Weg soll alle Gesteine aufzeigen, die in ganz Sachsen vorkommen.

Was muss noch getan werden, bis sich die Region Geopark nennen kann?

„Seit Mai arbeiten wir an einer Machbarkeitsstudie“, sagt Annett Geppert. Das Konzept soll vor allem erörtern, welche Schritte noch bis zum zertifizierten Geopark notwendig sind und wie dies finanziert wird. Im Frühjahr 2018 soll das Ergebnis der Studie vorliegen. Ziel ist es, dass die Region vielleicht schon im Jahr 2019 oder 2020 das Zertifikat Geopark erhält. Dieses wird von der Alfred-Wegener-Stiftung vergeben. Mit dem Gütesiegel kann die Region schließlich für sich werben. Damit alle von der Zertifizierung profitierten, müssten vor allem Städte, Gemeinden sowie Unternehmen an einem Strang ziehen, sagt Geppert. Nur so könne die Identität der Region gestärkt und bewahrt werden.

www.georado.de/geopark

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