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Steinmeier beim Papst

Frank-Walter Steinmeier war als langjähriger Außenminister fast überall auf der Welt. Aber nicht im Vatikan. Am Montag ist es so weit. Papst Franziskus empfängt den Bundespräsidenten.

© dpa

Rom.Papst Franziskus hat erstmals Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier getroffen. Bei der Privataudienz am Montag im Vatikan begrüßte das Katholiken-Oberhaupt Steinmeier auf Deutsch mit den Worten: „Guten Morgen, Herr Präsident“.

Bei der Audienz dürfte im Jubiläumsjahr der Reformation das Verhältnis von evangelischer und katholischer Kirche ebenso Thema sein wie die internationale Lage und die weltweiten Migrations- und Flüchtlingsbewegungen. Auch die Situation in Deutschland nach der Bundestagswahl werde den Papst interessieren, hieß es.

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Es ist das erste Mal, dass der Protestant Steinmeier mit einem Oberhaupt der katholischen Kirche zusammentrifft. Auch als Außenminister war der SPD-Politiker nie im Vatikan gewesen. Zuletzt war sein Vorgänger Joachim Gauck 2012 zu einer Privataudienz beim damaligen Papst Benedikt.

Als Protestant hat sich Steinmeier immer wieder für die Ökumene und den interreligiösen Dialog eingesetzt. Nach seiner Ankunft am Sonntagabend in Rom sagte er, mit dem Stand der Ökumene könne man „nicht zufrieden sein“.

Es ist das erste Mal, dass Steinmeier mit einem Oberhaupt der katholischen Kirche zusammentrifft. Auch als Außenminister war er nie im Vatikan. Zuletzt war sein Vorgänger Joachim Gauck 2012 zu einer Privataudienz beim damaligen Papst Benedikt.

Am Sonntagabend hielt Steinmeier, der von seiner Frau Elke Büdenbender begleitet wird, in der evangelischen Christuskirche eine Rede zum 500. Jahrestag der Reformation. Dabei rief er angesichts der Krisen in Europa dazu auf, die Gefühle der Bürger ernst zu nehmen. „Von Großbritannien über Katalonien bis nach Polen und Griechenland“ werde deutlich, wie sehr es auf die Gefühle der Menschen ankomme. Dies sei aber im Prozess der europäischen Integration unterschätzt worden, betonte er. „So ein Projekt kann auf Dauer nur gelingen, wenn auch Herzen und Seelen dabei sind.“

In seiner Rede zog Steinmeier, selbst Protestant, eine zwiespältige Bilanz der Reformation. Zwar könne man die Ereignisse von 1517 und ihre Folgen als „Morgenröte der Moderne“ begrüßen, zugleich hätten dort aber auch Fundamentalismus und Illiberalität ihre Wurzeln. Erst nach Jahrhunderten seien die Spaltungen in Europa von einem Prozess der Versöhnung abgelöst worden.

„Die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass das für unmöglich gehaltene möglich sein kann: Versöhnung und Friede.“ Wie in der Ökumene sei auch in der europäischen Integration „versöhnte Verschiedenheit“ die beste Grundlage für weitere Fortschritte.

Nach der Audienz beim Papst besucht der Bundespräsident die katholische Hilfsorganisation Sant’Egidio. Die Organisation setzt sich unter anderem für Migranten und Obdachlose ein und gilt als Musterbeispiel für gelungenes soziales Engagement. Sie hat weltweit Ableger, darunter auch in Deutschland. (dpa)