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Leipzig

Steinwurf-Verdächtige auf freiem Fuß

Bei der Indymedia-Demo in Leipzig wurden am Samstag sechs Personen kurzzeitig festgenommen. Fast alle stammen aus NRW.

Aus einer Demonstration gegen das Verbot der Plattform "Linksunten.Indymedia" heraus flogen Steine auf die Polizei. Autoscheiben und das Glas eines Wartehäuschens der Straßenbahn gingen zu Bruch.
Aus einer Demonstration gegen das Verbot der Plattform "Linksunten.Indymedia" heraus flogen Steine auf die Polizei. Autoscheiben und das Glas eines Wartehäuschens der Straßenbahn gingen zu Bruch. © Jan Woitas/dpa

Leipzig. Die sechs Verdächtigen, die nach den Steinwürfen bei der Indymedia-Demo in Leipzig festgenommen worden waren, sind wieder auf freiem Fuß. Es lägen keine Haftgründe vor, sagte ein Polizeisprecher am Montag in Leipzig. 

Gegen die vier Männer und zwei Frauen im Alter von 18 bis 39 Jahren werde aber weiter ermittelt wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung und Sachbeschädigung. Von den sechs Verdächtigen stamme nur einer aus Leipzig, die anderen kämen aus Nordrhein-Westfalen.

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Für die Demonstration gegen das Verbot der Plattform "Linksunten.Indymedia" war bundesweit mobilisiert worden. Sie war am Samstagabend nach zunächst friedlichem Beginn eskaliert. Vermummte Randalierer warfen Steine und Böller auf die Polizei. 13 Polizisten wurden nach Angaben der Polizei leicht verletzt.

Unklar war zunächst die Höhe des Sachschadens, den die Randalierer angerichtet haben. Die Stadtverwaltung war am Montag dabei, alle Schäden zu erfassen. Die Supermarktkette Konsum, deren Schaufenster und Tür von Steinen getroffen worden waren, bezifferte die Summe ihres Schadens auf etwa 1000 Euro. Die Filiale war während der Demo eigentlich noch geöffnet, hatte aber vorsorglich geschlossen, als die Protestierer vorbeizogen. "Durch den Vorfall entstand glücklicherweise nur Sachschaden", erklärte Konsum-Sprecher Matthias Benz.

Die Demonstration, für die bundesweit mobilisiert worden war, hatte vor dem Gerichtsgebäude zunächst friedlich begonnen. Danach setzte sich der Zug in Richtung Connewitz in Bewegung und schwoll auf rund 1600 Teilnehmer an.
Die Demonstration, für die bundesweit mobilisiert worden war, hatte vor dem Gerichtsgebäude zunächst friedlich begonnen. Danach setzte sich der Zug in Richtung Connewitz in Bewegung und schwoll auf rund 1600 Teilnehmer an. © dpa/Sebastian Willnow

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Mehrere Journalisten berichteten von Bedrohungen und Anfeindungen durch Demoteilnehmer. Die Journalisten-Gewerkschaft dju hat die Angriffe verurteilt. Dass am Rande einer Demonstration - zumal für die Pressefreiheit - Journalisten angegriffen würden, sei grundsätzlich nicht akzeptabel, sagte die Bundesgeschäftsführerin Cornelia Berger am Montag. Die Pressefreiheit müsse unter allen Umständen geschützt werden und sei zu respektieren. Die dju gehört zur Großgewerkschaft Verdi. (dpa)

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