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Sachsen

Fast 66 Millionen hinterzogene Steuern

Die Sachsen sind eigentlich sehr steuerehrlich. Doch es gibt auch schwarze Schafe. Die haben 2018 fast 66 Millionen Euro hinterzogen.

Sachsens Steuerfahnder haben voriges Jahr 65,8 Millionen Euro aufgetrieben- © imago

Von Sven Heitkamp 

Sachsens Steuerfahnder haben voriges Jahr 65,8 Millionen Euro hinterzogene Gelder für den Fiskus aufgetrieben, knapp zwei Millionen Euro weniger als 2017. Der größte Anteil kam aus der Region Dresden mit rund 24 Millionen Euro. Chemnitz folgte mit 22,6 Millionen und Leipzig mit 19,2 Millionen Euro. Rechnerisch habe jeder der rund 100 Steuerfahnder dem Freistaat 670.000 Euro Mehrergebnis eingebracht, sagte Finanzminister Matthias Haß (CDU) am Freitag in Leipzig. „Der Einsatz eines Prüfers lohnt sich also.“ Wichtig für die Steuergerechtigkeit sei außerdem die präventive Wirkung.

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Mehr als die Hälfte des aufgedeckten Steuerschadens entfiel mit 37,2 Millionen Euro auf die Umsatzsteuer. Dabei seien oft hochgradig kriminelle Kreise von grenzüberschreitend aktiven Straftätern am Werke, sagte Haß. Sie verschieben über internationale Karusselle von Firmen teure Elektronik wie Kameras, Tablets, Handys und Druckerpatronen, die in der Kette nicht korrekt versteuert werden. Bei den „Panama-Papers“ zu internationalem Steuerbetrug und Geldwäsche habe Sachsen jedoch kaum eine Rolle gespielt: Zehn Verdachtsfälle aus Panama führten zwar zu acht Ermittlungsverfahren – davon wurden jedoch sieben Verfahren wieder eingestellt. Nur eines läuft noch.

Weitere große Teile der Mehrergebnisse entfielen auf die Einkommensteuer mit 10,4 Millionen, auf die Gewerbesteuer mit 4,6 Millionen und auf die Lohnsteuer mit 2,5 Millionen Euro. „Insgesamt sind die Sachsen sehr steuerehrlich“, betonte Haß. Aber es gebe immer wieder schwarze Schafe, die versuchten, der Gesellschaft Geld vorzuenthalten.