merken

Stieberstraße wird zu Nadelöhr

In drei Abschnitten werden im Frühjahr die Kanäle für das Abwasser in Bautzen ausgetauscht. Autofahrer müssen sich dann auf längere Wege einstellen.

Von Frances Scholz

Anzeige
Das haben die Filmnächte zu bieten

Deutschlands größtes Freilicht-Kino ist zurück! In der 29. Saison finden vor der schönen Kulisse Dresdens zahlreiche Veranstaltungen für Jung und Alt statt. 

Die Stieberstraße ist eine Hauptverkehrsachse für Bautzen. Sie ist die Verlängerung der Westtangente, leitet den Verkehr an der Stadt vorbei. Täglich fahren mehr als 16 500 Fahrzeuge über die Stieberstraße. In wenigen Monaten wird es allerdings ruhiger. Denn der Bautzener Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung (EAB) muss die Mischwasserkanäle unter der Straße neu verlegen.

Bereits im vergangenen Jahr ließ der EAB die Anlagen prüfen. Mithilfe einer Kamera wurden die Kanäle befahren und Schwachstellen gefunden. „Es ist üblich, dass man so eine Überprüfung etwa alle zehn Jahre macht“, sagt Uwe Ebermann, Chef des EAB. Die Rohre unter der Stieberstraße sind mittlerweile bis zu 80 Jahre alt. Nach so langer Zeit seien Schäden normal. Risse, Innenkorrosion und eine fehlende statische Belastbarkeit müssen nun dringend beseitigt werden. „Heute fahren einfach viel mehr Autos über die Straße, für so eine große Belastung sind die Kanäle von damals nicht gemacht“, erklärt Uwe Ebermann. Zudem würde sich die Belastung noch erhöhen, wenn das Nadelöhr an der Zeppelinstraße 2016 ausgebaut wird. Dann soll der Verkehr größtenteils über die Stieberstraße umgeleitet werden. „Deshalb macht es Sinn, die Mischwasserkanäle noch in diesem Jahr neu zu verlegen.“

Los geht es Anfang April. Die Baustelle wird dafür in drei Abschnitte unterteilt. Zunächst wird das Stück zwischen Martin-Hoop-Straße und Karl-Liebknecht-Straße angepackt. Dann folgt im zweiten Abschnitt das Stück von der Karl-Liebknecht-Straße bis zur Jägerstraße. Und zuletzt wird auf dem Abschnitt zwischen Jägerstraße und Dr.-Peter-Jordan-Straße gebaut. „Die Kanäle liegen mittig unter der Straße und in knapp vier Metern Tiefe“, sagt Uwe Ebermann. Diese mittige Lage der Mischwasseranlagen mache eine abschnittsweise Vollsperrung der Straße unumgänglich.

Größte Herausforderung ist die Zeit

Eine Umleitung soll zunächst von der Dr.-Peter-Jordan-Straße über die Taucherstraße zur Löbauer Straße führen. Wenn der erste Bauabschnitt zwischen Martin-Hoop-Straße und Karl-Liebknecht-Straße fertig ist, verläuft die Umleitung wieder anders. Sie führt dann von der Jordan-Straße über die Taucherstraße und anschließend über die Karl-Liebknecht-Straße wieder auf die Stieberstraße. „Denn ab Juni soll dann auch der Ausbau der Taucherstraße beginnen, dann können wir über diese Strecke nicht mehr umleiten“, erklärt Uwe Ebermann.

Das könnte allerdings ein Problem werden. „Die größte Herausforderung bei den Arbeiten auf der Stieberstraße ist die Zeit. Man weiß nie, welche Überraschungen unter der Straße warten, wie etwa Leitungen, die quer liegen und ob sich dadurch am Ende unser Zeitplan verzögert.“ Eine Umleitung über die Taucherstraße wäre bei einer Verzögerung dann aber nicht mehr möglich. „Bis Juni müssten wir den ersten Abschnitt aber fertig haben“, sagt Uwe Ebermann. Für die Anwohner wird es zudem immer eine Möglichkeit geben, durchzukommen. Sie werden demnächst vom EAB informiert. Zum Edeka und Husarenhof soll ebenfalls ein Zugang ermöglicht werden. „Der Vorteil ist, dass die Straße relativ breit ist und wir die Einzigen sind, die dort bauen“, sagt der Geschäftsführer.

Lange Planungszeit

Abschnittsweise wird dann ein zwei Meter breiter Graben aufgebaggert, um die Mischwasseranlagen auszutauschen. Danach wird dieser wieder mit einer Asphaltschicht überzogen. „Für Bautzen ist es relativ unüblich, dass auf einer Straße nur das Abwasser gemacht wird und nicht gleich die gesamte Straße“, sagt Uwe Ebermann. Da es sich bei der Stieberstraße um eine Staatsstraße handelt, muss über einen Ausbau das Landesamt für Straßenbau und Verkehr entscheiden. „Für die Planungen brauchen sie aber eine längere Vorlaufzeit. Da aber die Schäden an den Kanälen groß sind, dürfen wir unsere Arbeiten trotzdem durchführen“, erklärt Uwe Ebermann.

Insgesamt kostet die Erneuerung der Mischwasserkanalisation rund 770 000 Euro. Die Arbeiten sollen bis Ende September abgeschlossen sein.

Sachsen wählt: Am 1. September ist Landtagswahl in Sachsen. Sie wissen noch nicht, wen Sie wählen? Der Wahl-O-Mat für Sachsen hilft Ihnen bei der Entscheidung! Alle Berichte, Hintergründe und aktuellen News zur Landtagswahl finden Sie gebündelt auf unserer Themenseite zur Landtagswahl in Sachsen.
Wahl-Special