Merken

Still ruht die Baustelle

Planer und Kritiker der Oskarstraße haben sich getroffen. Doch wann am Bahnhof Strehlen weitergebaut wird, ist unklar.

Teilen
Folgen
© Christian Juppe

Von Christoph Springer

Jetzt könnte es ganz schnell gehen. Alle Wartezeiten sind durch, alle Gespräche gesprochen. Nun muss die Landesdirektion (LD) Sachsen alle neuen Argumente zum umstrittenen Straßenbahnprojekt in Strehlen abwägen. Kommen die Verantwortlichen zu dem Schluss, dass alle Bedenken ausgeräumt sind, kann es vielleicht noch in diesem Jahr weitergehen mit dem Gleisbau auf der Oskarstraße und dem Gustav-Adolf-Platz.

Bis Ende Juli war Zeit, bei der Stadt oder der Landesdirektion Einwände und Änderungsvorschläge zu dem Bauprojekt vorzutragen. Neun sogenannte Einwendungen seien schließlich im Rathaus und bei der Landesbehörde mit Hauptsitz in Chemnitz angekommen, berichtete der stellvertretende LD-Sprecher Ingolf Ulrich. Die Bauverantwortlichen der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) bekamen sie zu lesen, um sich vor den Gesprächsterminen mit den Absendern eine Meinung zu bilden, Argumente zu sammeln und Alternativen zu suchen. Die Diskussionsrunden mit den Einwendern, die Erörterungstermine, fanden am Donnerstag und am Freitag in der LD-Außenstelle an der Stauffenbergallee statt. Bis Freitagmittag seien sie erledigt gewesen, so Ulrich. Der Reservetermin am Montag wird nicht mehr gebraucht.

Aus Sicht der DVB ist das ein positives Signal, denn das Unternehmen drängt zur Eile. Schließlich kostet jede Woche Bauverzug bares Geld. Wäre alles glatt gelaufen im Frühjahr, dann hätten die DVB-Verantwortlichen spätestens jetzt die vorfristige Fertigstellung der neuen Gleistrasse zwischen Tiergartenstraße und Wasaplatz ankündigen können. Denn schnell waren die Bauleute dem Plan voraus. Im Hochsommer war schließlich von der Fertigstellung der neuen Schienen vor der Adventszeit 2017 die Rede. Der ursprüngliche Zeitplan sah dies für das Frühjahr 2018 vor.

Doch das Oberverwaltungsgericht Bautzen machte diese Hoffnungen im April zunichte. Anwohner hatten gegen das Planungsergebnis geklagt, das Gericht stoppte die Arbeiten. Die Verkehrsbetriebe, die Stadt, die Drewag und alle anderen an dem Bau beteiligten Institutionen und Firmen hat diese Entscheidung damals kalt erwischt.

Seitdem wird nachgebessert. Die Landesdirektion musste die Unterlagen vervollständigen, neu auslegen und neue Einwendungen entgegennehmen. Die wurden nun mit allen Beteiligten besprochen. Wie schnell es geht, die dabei ausgetauschten Gedanken auch in die Pläne einzuarbeiten, konnte Ulrich am Freitag noch nicht sagen. Diese Arbeit könnte allerdings dazu führen, dass weitere Gutachten erstellt oder Informationen eingeholt werden müssen, bevor das Planungsverfahren für das Stadtbahnprojekt in Strehlen abgeschlossen wird.

Das erklärt die Zurückhaltung von Verkehrsbetriebe-Vorstand Andreas Hemmersbach Anfang August bei einem Gespräch über das Verfahren. Der Technik- und Finanzchef des Unternehmens äußerte sich dabei wenig optimistisch zu den weiteren Oskarstraße-Planungen. Diese Äußerung mochte er am Freitag allerdings weder wiederholen, noch ändern. Verkehrsbetriebe-Sprecherin Anja Ehrhardt teilte mit, dass sich kein Mitarbeiter des Unternehmens zu dem laufenden Planverfahren äußern werde.

Erst am kommenden Donnerstag wollen die DVB-Verantwortlichen nun zu diesem Thema Stellung nehmen. Zu diesem Pressetermin lädt das Unternehmen unter anderem zusammen mit der Stadtverwaltung ein.