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Stillstand beim Breslau-Express

Ab Dezember sollte der Dresden-Breslau-Express wieder rollen, ab Montag das Umsteigen in Görlitz besser werden – hieß es vor einer Woche.

© Nikolai Schmidt

Von Tilo Berger

Görlitz/Berlin. Es klang zu gut, was Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) am Freitag vor einer Woche nach dem deutsch-polnischen Bahngipfel in Potsdam ankündigte: Ab 21. September dürfen polnische Nahverkehrszüge in den Görlitzer Bahnhof einfahren, was hier das Umsteigen zwischen beiden Ländern erleichtert. Und ab dem Fahrplanwechsel im Dezember sollte wieder der Dresden-Breslau-Express rollen, den die polnische Seite zum 1. März dieses Jahres abbestellt hatte.

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Eine Woche nach dem Bahngipfel steht fest: Der Vater des Gedankens hieß Wunsch. Denn die Ankündigungen von Tillich und seinem brandenburgischen Kollegen Dietmar Woidke (SPD) sorgten in der Region zwar für Freude, aber auch für Erstaunen. Nämlich bei den Verkehrsunternehmen und dem Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (Zvon). Auf den Zvon verwiesen einstimmig Vogtlandbahn, Deutsche Bahn (DB) und sächsisches Wirtschaftsministerium bei jeder Nachfrage nach Umsteigeverbindungen ab Montag. Doch der Zvon wusste von nichts.

Inzwischen steht fest: Am Montag gibt es im Bundesverkehrsministerium einen Termin, bei dem es um die Einfahrt polnischer Züge nach Görlitz geht. Ob und wann diese Züge fahren, steht damit lange nicht fest.

Tillichs Aussage zum Dresden-Breslau-Express verblüffte sowohl die Vogtlandbahn als auch deren Dienstleister Deutsche Bahn AG (DB), die mit ihren speziell für Polen ausgerüsteten Triebwagen diesen Zug fährt. Ein DB-Sprecher sagte, die Wiederaufnahme des grenzüberschreitenden Zuges im Dezember sei „das gemeinsame Ziel aller Beteiligten“. Nach SZ-Recherchen klafft immer noch eine Finanzierungslücke von rund einer halben Million Euro.