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Stillstand im Gewerbegebiet

Hinter dem ehemaligen Bahnhof befindet sich das einzige Gelände, auf dem sich in Neschwitz Gewerbe ansiedeln kann. Doch es geht nicht voran.

Der Neschwitzer Bürgermeister Gerd Schuster ist an einer Verbesserung im Gewerbegebiet interessiert. Aber allein schafft es die Gemeinde nicht. © SZ/Uwe Soeder

Neschwitz. Für den Neschwitzer Bürgermeister Gerd Schuster (CDU) sind es oft nur Gerüchte, die ihm zu Ohren kommen. Ob die BHG (Bezugs- und Handelsgenossenschaft ) Malschwitz, die einen Großteil des Areals besitzt und auch die Gebäude vermietet, etwas vorhat, erfährt er nicht. Dabei ist Schuster doch froh, dass es hier in der Gemeinde wenigstens noch einen Einkaufsmarkt gibt. Aber leer stehende Gebäude sind eben nicht so attraktiv für die Gestaltung des Mischgebietes.

Die Fläche hinter dem ehemaligen Bahnhof ist verwinkelt. Es befindet sich der gemeindliche Bauhof hier, der die großen Garagen nutzt. Das Dach der Garagen hat die Gemeinde verpachtet, hier befindet sich eine Solaranlage. Der Bauhof bekommt von dort seinen Strom, den Rest speist der Pächter ins öffentliche Netz ein. Weiteres Gewerbe am Standort sind die Firmen Robel Haustechnik und Holzwerkstatt und Imkereibedarf Buder. Hier befindet sich nun auch die Poststelle. Nach dem Auszug der „Schatzinsel“, in der neben Optikerangeboten auch Geschenke und Bastelmaterial angeboten wurden und eben auch die Poststelle des Ortes etabliert war, stand diese Dienstleistung kurz offen.

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Mittlerweile ist ein Teil der Räume der „Schatzinsel“ an eine Versicherung vermietet, im vorderen Teil zur Übigauer Straße befindet sich ein Friseur. René Schneider, Vorstandschef der BHG Malschwitz, äußerte sich nur knapp gegenüber der SZ. „Wir bemühen uns ständig, Räume zu vermieten“, sagte er. Und er werde Vorhaben nicht über die Zeitung kommunizieren. Wer Fragen habe, könne ihn persönlich anrufen. Das geht leider auch dem Bürgermeister so, dem es schon gefallen würde, wenn er eine weitere Entwicklung innerhalb der BHG erkennen könnte. Denn ein kleineres Gebäude, in dem sich kurzzeitig ein Rentner mit einem mobilen Bratwurststand eingemietet hatte, steht wieder leer.

Wenig Resonanz auf Straßennamen-Vorschlag

Das Interesse der Anwohner in dem und rund um das Gebiet an einer Entwicklung scheint nicht sehr groß zu sein. Denn als Gerd Schuster im Gemeinderat anregte, eine neue Ordnung bei den Straßennamen zu beschließen, gab es kaum Resonanz. „Es ist auch ziemlich schwer, die einzelnen Parteien unter einen Hut zu bringen“, sagt Gerd Schuster. Da ist zunächst die BHG, dann der Besitzer des ehemaligen Bahnhofs, die kleinen Betriebe, der Bauhof und auch zwei Wohnhäuser. Außer dem Landwirtschaftsbetrieb Räde, der zu seinen Flächen über die kommunale Straße An der Tankstelle kommt, zeigte niemand Interesse, sich zu beteiligen.

Nun will Schuster bei einer generellen Betrachtung von kommunalen Straßenbauvorhaben die Straße An der Tankstelle mit betrachten. „Die großen Landwirtschaftsmaschinen kommen kaum noch hier durch, wenn ein Pkw entgegenkommt“, so Schuster. Mit dem Betreiber der Tankstelle müsse man dann sprechen, ob er eine kleine Fläche abgeben würde.

Doch bis dahin wird wohl noch etwas Zeit vergehen. Und so wird der Nahversorger wohl weiterhin vor allem Treffpunkt der älteren Neschwitzer sein, die nicht nach Bautzen zum Einkaufen fahren. Mit dem Marktleiter habe die Gemeinde sowieso einen guten Kontakt. „Vereine können sich immer an ihn wenden, wenn es um Feste geht“, weiß Gerd Schuster.