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Stollen soll künftig Regen ableiten

Die alten Gewölbe des Bergwerkes sollen jetzt saniert werden. Überraschungen sind nicht ausgeschlossen.

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© Claudia Hübschmann

Von Dieter Hanke

Klipphausen. Noch lässt sich nicht sagen, wie teuer das Großprojekt Rösche im Ortsteil Groitzsch der Gemeinde Klipphausen wird. Knapp 80 000 Euro sind zwar dafür von der Kommune veranschlagt. Doch ob es dabei bleibt, ist ungewiss. Denn Überraschungen beim weiteren Bauverlauf sind nicht ausgeschlossen.

Künftig soll das Regenwasser aus den Groitzscher Gewerbebetrieben wie der Bäko Ost eG Bäcker- und Konditorengenossenschaft Sachsen-Brandenburg, der Grasdorf Räder GmbH und der Agro GmbH gezielt abgeleitet werden. Derzeit fließt es noch von den Grundstücken dieser Unternehmen über Leitungen in das seit vielen Jahren stillgelegte Kalkbergwerk, wo es versickert. Das Niederschlagswasser soll aber künftig in die Rösche – einem gemauerten Stollen – geleitet werden, wo in früheren Zeiten schon das Grubenwasser aus dem Bergwerk abgeführt wurde. Das Gewölbe aus Natursteinen erstreckt sich ungefähr 200 Meter lang in 20 Meter Tiefe vom Bergwerk zum Dorfbach, der dann in die Große Triebisch mündet.

Wie Planungsingenieur Martin Miklaw von der Miltitzer Ingenieurgesellschaft Müller, Miklaw, Nickel informierte, wurden in diesem Jahr in einem ersten Bauabschnitt 30 Meter des Dorfbaches erneuert. Dazu wurde ein Rohr mit einem Durchmesser von 70 Zentimetern verlegt. Anschließend mauerten Beschäftigte des Wilsdruffer Baubetriebes Teichmann in Richtung Bergwerk einen acht Meter langen Schacht aus Betonsteinen, der einen Meter breit und 80 Zentimeter hoch ist.

Per Handarbeit säubern

2016 soll dann von unten die historische Rösche per Handarbeit von Schlamm gesäubert werden. „Die Bauleute kraxeln also in diesen gemauerten Stollen, der 70 Zentimeter breit und einen Meter hoch ist“, sagte der 55-jährige Ingenieur. Dabei werde auch geprüft, wie es um den Zustand dieses Bauwerks bestellt sei. Außerdem wollen die Bauleute noch diese Trasse um etwa 20 Meter in Richtung Kalkloch verlängern. „Der Auftrag für diese Bauarbeiten an einen Betrieb erfolgt noch durch den Gemeinderat“, bemerkte Miklaw.

Das Planungsbüro hat sich in Absprache mit der Gemeinde und dem Oberbergamt in Freiberg für diese Verfahrensweise entschieden. Denn das Oberbergamt hatte keine neue Betriebserlaubnis zum Ableiten des Regenwassers aus den Grundstücken der Gewerbebetriebe mehr erteilt. Die Behörde befürchtet, das bei Starkniederschlägen der Wasserspiegel im Bergwerk stark ansteigt und damit auch der Druck auf Stollengänge wächst, die in der Folge dadurch einstürzen könnten.