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Stolpen als harte Währung für fünf Euro

Die Gedenkmünze „Stolpen 800“ soll das Fest finanzieren helfen. Eine Ausstellung zeigt, was diese Zahl eigentlich bedeutet.

© Dirk Zschiedrich

Stolpen. Die Gedenkmünze „Stolpen 800“ ist gerade frisch gepresst. Sie ist aus Kupfer und kostet fünf Euro. Sie wurde extra für die Feierlichkeiten angefertigt und soll mit zur Finanzierung des Festes genutzt werden. Deshalb hoffen die Initiatoren aus der Arbeitsgruppe Geldbeschaffung, dass möglichst viele Exemplare verkauft werden. Erhältlich sind sie in fast allen Geschäften und Gaststätten, so unter anderem in der Stolpen Information, im Landgut Lietze, in der Badestube, im Burghotel, in der Amtsbaderei und im Friseurstudio Nicole.

Auf der Vorderseite ist die Burg Stolpen mit dem Coselturm zu sehen und auf der Rückseite das Logo von „Stolpen 800“ mit den Jahreszahlen 1218 und 2018. Um Logo und Zahlen sind im Vorfeld der Feierlichkeiten ein Historikerstreit entbrannt. Schon bevor dieser ruchbar wurde, hatte Burgchef Jürgen Major schon verkündet, eine Ausstellung zum Thema „Stolpen – Der Anbeginn“ zu organisieren.

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Diese wird nun vom 3. Juni bis zum 12. August gezeigt und dürfte etwas mehr Licht in Stolpens Geschichte bringen, deren Anfänge tatsächlich im Dunkeln liegen. Schon den slawischen Völkern, die ab dem 6. Jahrhundert in diese Region einwanderten, blieb der markante Basaltberg nicht verborgen. „Stolpen“ ist ein slawisches Lehnwort und bedeutet so viel wie „Säule“. Doch siedelten die Slawen vorerst hier nicht. Ab dem frühen 13. Jahrhundert kolonisierten die Bischöfe von Meißen das Stolpener Land. Bischof Bruno II. kaufte von einem Slawen namens Moyko diesen Flecken, übernahm eine erste Burganlage und machte sie zum Mittelpunkt einer lokalen Herrschaft. Das soll im Jahre 1218 gewesen sein – behauptete jedenfalls ein Gelehrter, der 350 Jahre später eine Chronik verfasste. Der Kaufvertrag ging verloren. Doch hatte sich der Bischof Geld leihen müssen. Und diese Transaktionen erforderten weitere Dokumente, die zumindest teilweise erhalten geblieben sind. So kann man heute nachweisen, dass 1222 die Örtlichkeit Stolpen erstmals urkundlich erwähnt und 1227 die Burg Stolpen erstmals schriftlich genannt ist.

Die Stolpener wollten offenbar mit ihrer 800-Jahr-Feier nicht weitere vier Jahre warten und stellten sich in die Tradition ihrer Vorfahren, die ihre Jubiläen schon immer auf 1218 bezogen haben. (SZ/aw)