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Sebnitz

Corona bringt Stolpens Schulumbau in Gefahr

Die Stadt Stolpen ist 2021 mit zwei Großprojekten an den Start gegangen. Bis zum Jahresende sollten beide fertig werden. So ist der Stand.

Von Anja Weber
 3 Min.
Der Anbau an der Basaltus-Grundschule in Stolpen wächst. Er wird auch dringend gebraucht.
Der Anbau an der Basaltus-Grundschule in Stolpen wächst. Er wird auch dringend gebraucht. © Steffen Unger

Im April dieses Jahres gab es den Startschuss für den Um- und Anbau an die Basaltus-Grundschule. Der Anbau ist zweigeschossig und bietet dann mehr Platz für die Grundschüler. Das ist dringend, weil in Stolpen und im gesamten Einzugsgebiet mehr Kinder als noch vor ein paar Jahren geboren werden. Fast alle nutzen den Schulhort. Der platzt aus allen Nähten. Eine Ausnahmegenehmigung für den Weiterbetrieb gab es nur bis Ende 2020. Deshalb musste in Stolpen gehandelt werden.

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Insgesamt etwa 1,3 Millionen Euro wird die Erweiterung kosten. Die Stadt Stolpen bekommt dafür Fördermittel in Höhe von insgesamt 750.000Euro, den Rest muss die Stadt aus der eigenen Kasse zahlen.

Der Anbau wächst zusehends. Auch innen hat sich schon einiges getan. Ganz abgeschlossen wird das Bauprojekt in diesem Jahr aber offenbar nicht. Und das hängt auch mit Corona zusammen. Zum einen sind die Baupreise dermaßen in die Höhe geschnellt. Zum anderen haben die Baufirmen mit Kapazitätsengpässen zu kämpfen. Ihnen fehlt unter anderem aus Krankheits- oder Quarantänegründen schlichtweg das Personal. Dazu kommen Lieferengpässe beim Baumaterial. Das hat zur Folge, dass die noch für dieses Jahr geplante Erneuerung sämtlicher alter Gebäudetüren sowie der Einbau einer modernen Schließanlage auf die Winterferien 2022 verschoben werden muss.

Nach derzeitiger Einschätzung geht die Stadt davon aus, dass mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres 2022 die Grundschule die neuen Räumlichkeiten im Schulanbau nutzen kann. Zum Abschluss der Bauarbeiten müssen noch die Freianlagen gestaltet werden. Diese wird die Stadt dann Anfang 2022 ausschreiben.

Neues Gerätehaus noch rechtzeitig fertig geworden

Das neue Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr von Stolpen an der Pirnaer Landstraße ist der Hingucker schlechthin. Das Gerätehaus sticht mit seiner modernen Form praktisch heraus. Nicht zu vergleichen mit der alten Behausung Am Graben. An dieser hatte die Unfallkasse regelmäßig etwas zu nörgeln. Deshalb entschloss man sich in Stolpen vor fast genau zehn Jahren, das ehemalige Gerätehaus zu erweitern. Der Plan ging schief. Letztlich lief alles auf den Neubau auf der grünen Wiese an der Pirnaer Landstraße hinaus. Die Investitionskosten dafür belaufen sich auf 2,3 Millionen Euro. Für Stolpen ein weiteres Projekt, welches an die Leistungsgrenze gegangen ist, neben dem Schulanbau, der Sanierung des Alten Amtsgerichtes und der Erweiterung der Schulsporthalle vor einigen Jahren.

Optisch und funktional ein Hingucker in Stolpen. Das neue Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr.
Optisch und funktional ein Hingucker in Stolpen. Das neue Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr. © Steffen Unger

Das Gerätehaus ist inzwischen fertig und die Feuerwehr ist eingezogen. Damit konnte dieses Großprojekt in diesem Jahr auch endgültig abgeschlossen werden. In dem neuen Gebäude gibt es drei Fahrzeug-Stellplätze, einen Schulungsraum, eine Kleiderkammer und ein Schlauchlager gebündelt für alle Ortswehren. Eine ortsfeste Befehlsstelle mit gemeindeübergreifender Funktion wurde ebenfalls integriert. Die kommt zum Beispiel bei Katastrophen oder auch Hochwasserereignissen wie im Juli 2021 zum Einsatz.

Mit dem neuen Gerätehaus kommen aber auch neue Sorgen. Die Feuerwehren sind alle ehrenamtlich tätig und die Kommunen sind für die Unterhaltung zuständig. Gerade das werde immer schwieriger, sagte Stolpen Bürgermeister Uwe Steglich (FDP) bei der Eröffnung. Die Herausforderungen im Einsatzgeschehen sowie an die Technik und Ausrüstung würden immer größer und die Kosten würden explodieren. Kritisch werden die Einsatzbereitschaft und die Finanzierbarkeit der Ausstattung durch die Kommunen in den nächsten Jahren gesehen. Das ist nicht nur in Stolpen so. Auch aus anderen Städten gab es bereits erste Warnsignale.

In Stolpen kann man jedoch Hoffnung schöpfen. Die Jugendfeuerwehr ist gut aufgestellt und das wiederum könnte ein gutes Zeichen für die Nachwuchssicherung sein.

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