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Rennersdorf: Gasthof wird zu teuer

Im Stolpener Ortsteil Rennersdorf-Neudörfel ist ein Dorfgemeinschaftshaus geplant. Jetzt gab es einen Rückschlag.

Der ehemalige Gasthof Müller in Rennersdorf-Neudörfel soll umgebaut werden.
Der ehemalige Gasthof Müller in Rennersdorf-Neudörfel soll umgebaut werden. © Steffen Unger

Die Geduld der Einwohner von Rennersdorf-Neudörfel, einem Ortsteil von Stolpen, wird auf eine harte Probe gestellt. Seit der Vorstellung der Machbarkeitsstudie im Jahr 2018 ist schon viel Zeit ins Land gegangen. Im Juni letzten Jahres hatte die Stadt die Planungsleistungen in Auftrag gegeben. In diesem Jahr nun hoffte man auf Fördermittel. Die bleiben wohl erst einmal aus. Wie es nun weitergehen soll.

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Der ehemalige Gasthof Müller in Rennersdorf-Neudörfel ist ein beliebter Treffpunkt für die Einwohner. Doch der Verfall ist nicht mehr zu übersehen. Deshalb sollte das Gebäude, welches sich im Eigentum der Stadt Stolpen befindet, zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut und saniert werden. Der Dorf- und Heimatverein, der in dem maroden Haus Veranstaltungen anbietet, wird diese auch in den neuen Räumen fortsetzen. Das wurde bereits signalisiert. Es gibt aber noch weit mehr Nutzungsmöglichkeiten, wie die Machbarkeitsstudie zeigte.

Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, den die Einwohner nutzen können, der für Vereine zur Verfügung steht, aber eben auch für Familienfeiern. Deshalb hatte man sich auf eine Variante geeinigt. Die sieht ein Dorfzentrum vor, mit der Möglichkeit, später ein Gerätehaus für die Feuerwehr anzubauen. Denn die Feuerwehr braucht nicht nur ein neues Fahrzeug, sondern dann auch eine vorschriftsgemäße Unterstellmöglichkeit. Grundsätzlich wird der Grundkörper des Hauses erhalten. Der Anbau würde neu entstehen.

Um das Haus dann flexibel nutzen zu können, sollen der jetzige Gaststättenbereich und der Saal separat nutzbar sein. Das heißt, beide Bereiche erhalten eigene Sanitäranlagen, die auch von außen genutzt werden können. Alles soll barrierefrei gestaltet werden. Bei dieser Variante entstünden Baukosten von etwa einer Million Euro. Kommt der Feuerwehrbereich dran, wären das etwa 1,6 Millionen Euro, ohne 1,3 Millionen Euro.

Gebaut wird nur mit Zuschüssen

Die Sanierung ist auf jeden Fall kostengünstiger. Im Vergleich dazu, ein Neubau würde 1,9 Millionen Euro kosten. Möglichkeiten der Finanzierung hatte die Stadt im Programm „Vitale Dorfkerne und Ortszentren im ländlichen Raum“ gesehen. 75 Prozent der Kosten würden bezuschusst. Damit müsste die Stadt für den Umbau einen Eigenanteil in Höhe von 250.000 Euro einstellen. Voraussetzung für den Umbau seien auf jeden Fall öffentliche Zuschüsse. Das hatte Stolpens Bürgermeister Uwe Steglich (FDP) bereits signalisiert. Doch jetzt kommen offenbar nicht einmal die. Sowohl für das Programm "Vitale Dorfkerne" als auch für das Leader-Förderprogramm gab es eine Absage.

Der Grund: Die Förderung in beiden Programmen ist auf maximal 300.000 Euro festgesetzt. Das wiederum hätte bedeutet, die Stadt Stolpen müsste eine Million Euro aus der eigenen Kasse nehmen. Aufgrund weiterer laufender Projekte, wie die Erweiterung der Basaltus-Grundschule ist das allerdings nicht machbar. Aus diesem Grund liegt das Vorhaben in Rennersdorf-Neudörfel erst in der Schublade. Die Stadtverwaltung versicherte, weiter nach Fördermöglichkeiten Ausschau zu halten.

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