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Stolperfalle Obertorplatz

Karin Weitfeld ist auf dem schlechten Weg gestürzt. Wie die Chancen auf einen Ausbau des Gehwegs am Platz in Dippoldiswalde stehen.

© Egbert Kamprath

Von Franz Herz

Dippoldiswalde. Das hat höllisch wehgetan. Karin Weitfeld aus Naundorf hatte Besorgungen in Dippoldiswalde zu erledigen und war auf dem Obertorplatz unterwegs. Dabei ist sie auf dem Gehweg gestolpert und schwer gestürzt. Das hat vor allem im Brustbereich geschmerzt. „Ich bin ins Krankenhaus gekommen mit dem Verdacht auf Rippenprellung oder sogar einen Bruch“, erzählt sie. Zum Glück hat dann die Untersuchung ergeben, dass es nicht ganz so schlimm war. Sie konnte abends wieder nach Hause zurückkehren.

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Aber über die Zustände am Obertorplatz ist die Naundorferin nach wie vor empört. „Ich habe meinen Bericht vom Krankenhaus auch an die Stadt gegeben. Die müssen dort etwas unternehmen“, sagt sie.

Die Chancen stehen dafür aber nur teilweise gut. „Wir wissen, wie der Obertorplatz aussieht und dass dort etwas geschehen muss“, sagt Bernd Kohl, Abteilungsleiter Bau in der Stadtverwaltung.

Der Platz ist heute noch so gestaltet wie zu den Zeiten, als die B 170 darüberführte und der internationale Transitverkehr hier durch die Dippoldiswalder Innenstadt rollte. Egal, ob aus Autofahrer- oder aus Fußgängersicht, der Platz hat viele Schwachstellen. Er ist schlicht nicht mehr zeitgemäß. Fußgänger finden immer noch keine sichere Möglichkeit, den Platz zu überqueren. Autofahrer müssen an der unübersichtlichen Einfahrt in die Brauhofstraße gut aufpassen. Die gut genutzte Auffahrt zum Parkplatz am Rewe-Markt bietet nicht genug Platz für den Gegenverkehr. Und der Belag auf dem Gehweg ist eine Stolperfalle, wie Karin Weitfeld schmerzlich erfahren musste. Uralte Betonplatten, teilweise zerbrochen, bilden einen holprigen Belag. Wer nicht ganz sicher zu Fuß ist, lebt dort gefährlich.

Viele Schwachstellen

Dabei ist der Obertorplatz sozusagen der Eingang zur Innenstadt. Wenn er einen guten Eindruck machte, würde das die ganze Stadt aufwerten. Deswegen beschäftigten sich die Verantwortlichen in Dippoldiswalde schon vor Jahren mit der Platzgestaltung.

2010 gab es bereits einen regelrechten Architektenwettbewerb, wie der Platz ein besseres Gesicht bekommen kann. Das Ganze ging allerdings aus wie das Hornberger Schießen. Fünf Büros hatten sich beteiligt. Doch der Stadtrat hat sich dann völlig anders entschieden als die Fachjury. Vom Rat bekam eine Planung des einheimischen Büros Ruhsam & Ullrich den Zuschlag, die an der jetzigen Platzgestaltung nicht viel ändern sollte. Doch dieses Konzept entsprach nicht den Vorgaben der Stadtkernsanierung. Also gab es keine Fördermittel. Gebaut wurde gar nichts, und die Stolperfalle Obertorplatz bleibt den Dippsern bis heute erhalten.

Ganz haben sie jedoch die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Das Programm für den städtebaulichen Denkmalschutz in Dippoldiswalde wurde verlängert bis 2020. Wenn dafür Geld zur Verfügung steht, könnte nächstes oder übernächstes Jahr wieder eine Planung für eine Neugestaltung des Platzes beginnen. „Bis 2020 spätestens müsste er dann gebaut werden“, hofft Bernd Kohl. Derzeit stehen die Chancen in Dippoldiswalde aber schlecht, ein Vorhaben von dieser Größenordnung zu finanzieren, schränkt Oberbürgermeister Jens Peter (Freie Wähler) ein. Hoffnung gibt es hingegen nur für einen kleinen Teil des Problems. Der Fußweg entlang der Alten Altenberger Straße, der vom Obertorplatz in Höhe des Optikergeschäftes in Richtung Busbahnhof führt, ist genauso schlecht wie der Platz selbst. Auch dort ist es bereits zu Stürzen gekommen.

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Wenigstens dieser Teil der Stolperfalle soll in absehbarer Zeit auf Vordermann gebracht werden. Dafür muss sich die Stadt aber noch mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr abstimmen. Denn der Fußweg am Obertorplatz gehört der Stadt Dippoldiswalde, der auf der anderen Straßenseite steht in Verantwortung des Landesamts für Straßenbau und Verkehr.