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Stolpersteine verlegt

© André Braun

Diese sollen symbolisch an die Ermordung der Juden erinnern. Es ist nicht die letzte Aktion dieser Art.

Von Doreen Hotzan

Leisnig. In den Häusern in der Obermarktgasse 4 und in der Badergasse 2 in Leisnig haben einmal jüdische Familien gelebt. Daran erinnern seit gestern Stolpersteine, die der Verein Treibhaus aus Döbeln in Beisein des Bürgermeisters Tobias Goth (CDU) und interessierten Bürgern verlegt hat. Die Stadträte haben sich an der Finanzierung der Symbole in der Badergasse 2 beteiligt.

Diese hat der Künstler Gunter Demnig angefertigt. Neben den Namen sind darauf auch die Lebensdaten eingraviert. Speziell erinnern die Steine in Leisnig an die jüdischen Familien Urbach und Tebrich. „Diese jüdischen Familien haben hier gelebt und gearbeitet und den Alltag mitbestimmt. Und sie wurden ermordet“, sagt Sophie Spitzner vom Verein Treibhaus. Damit diese nicht in Vergessenheit geraten, sollen die Stolpersteine die Erinnerung an die Familien wachhalten. In mühevoller Recherchearbeit hat sie gemeinsam mit Stephan Conrad im Rahmen der AG Geschichte die Biografien der Juden im Altkreis Döbeln zusammengetragen. „Insgesamt 32 sind es geworden“, erzählt Stephan Conrad. Zwei der betroffenen Familien haben in Leisnig gelebt. „Sicherlich hat es noch mehrere Familien gegeben, die hier wohnten. Für Hinweise sind wir jederzeit offen“, sagt Stephan Conrad.

Die Aktion in Leisnig ist nicht die einzige dieser Art. Es folgen weitere Verlegungen. Heute ist Döbeln an der Reihe. Die Stolpersteinverlegung beginnt dort 9 Uhr. Danach geht es 11.30 Uhr in Hartha weiter. Den Abschluss am heutigen Tag bildet Waldheim um 14 Uhr. Am Donnerstag werden zudem noch in Roßwein Stolpersteine als Erinnerung an ermordete jüdische Familien verlegt. Dort beginnt die Veranstaltung um 9 Uhr.