Merken

Stopp gegen Unfallserie

Fast jede Woche kracht es auf der B 169 am Abzweig Littdorf. Stopp- und Hinweisschilder werden aufgestellt. Aber es gibt Zweifel, ob das allein genügt.

Teilen
Folgen
© Dietmar Thomas

Von Heike Heisig

Döbeln/Roßwein. Die Unfallkommission hat sich am Dienstag nicht nur am Beratungstisch getroffen. Die Experten sind rausgefahren auf die B 169. Dort hat es an den Abzweigen nach Littdorf und Otzdorf in diesem Jahr so häufig gekracht – zuletzt am vergangenen Donnerstag –, dass Roßweins Bürgermeister Veit Lindner (parteilos), die Ortschaftsräte von Niederstriegis und sogar die ehrenamtlichen Unfallhelfer der Feuerwehr ein Einschreiten gefordert haben.

Zur Unfallkommission gehören Vertreter der Polizei, der Kommune, des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr als Baulastträger der Bundesstraße sowie Mitarbeiter der Verkehrsbehörde des Landratsamtes. Dort hatte Bürgermeister Lindner nach einem schlimmen Unfall im September eine Prüfung der verkehrsrechtlichen Situation an dieser Stelle beantragt.

Die Polizei hat sich daraufhin angeschaut, weshalb es zu den Unfällen kam. „Das Nichtbeachten der Vorfahrt ist die häufigste Unfallursache gewesen“, teilt Daniela Koenig von der Pressestelle der Polizeidirektion Chemnitz mit. Dagegen kann mit baulichen Veränderungen wenig getan werden. Trotzdem sollen zunächst drei Sofort-Maßnahmen helfen, die Kraftfahrer zu größerer Vorsicht anzuhalten.

Wer aus Richtung Littdorf kommt, steht in Zukunft vor einem Stoppschild. Das heißt, er muss zwingend halten, bevor er auf die B 169 fährt oder diese quert. Außerdem werden die Straßenmeistereien beziehungsweise Bauhöfe Schilder aufstellen, die auf einen Unfallschwerpunkt hinweisen. Einen solchen Hinweis wird es ebenfalls auf der B 169 aus Richtung Döbeln kommend vor der Kreuzung geben.

Geländer behindert die Sicht

Das ist noch nicht alles. Die Kommission hat festgestellt, dass ein Teil des Geländers entfernt werden muss, weil es die Sicht behindert. Diese Kreuzung ist vor mehr als zehn Jahren umgebaut worden, weil es mehrere Unfälle mit tödlichem Ausgang gegeben hatte. Es wurden Busbuchten und Fußwege mit größeren Geländerstrecken an jeder Ecke, Straßenlampen und Querungshilfen gebaut.

Danach blieb es bei Unfällen überwiegend bei Blechschäden. Doch auch das hat sich vor allem in den zurückliegenden Monaten geändert. „Diese Kreuzung hat sich im Laufe des Jahres 2015 zu einer sogenannten Unfallhäufungsstelle entwickelt“, so Polizeisprecherin Daniela Koenig. Daher habe sie bei der Unfallkommission auch eine Rolle gespielt.

Über das Ergebnis hat der Niederstriegiser Ortschef am Dienstagabend die Mitglieder des Ortschaftsrates informiert. Vize-Ortsvorsteher Steffen Zaspel zeigte sich damit bedingt zufrieden. Aus seiner Sicht sei es trotz aller Hinweise und der Stoppstraßen-Regelung wichtig, dass auf die Geschwindigkeitsbegrenzung eingegangen wird. Zwar dürfen auf der Kreuzung nur 70 Stundenkilometer gefahren werden. „Doch daran halten sich die Wenigsten“, meint Zaspel. Er könne sich vorstellen, dass einige der Unfälle nicht durch Unachtsamkeit passiert sind, sondern weil sich aus Döbeln kommende Fahrzeuge der Kreuzung zu schnell genähert hätten.

Zaspel kann sich vorstellen, dass eine Verkehrsberuhigung mittels Blitzer hilft. So etwas Ähnliches gibt es auf der B 169 ein paar Kilometer weiter am Abzweig Neudorf schon. Davon verspricht sich Zaspel, dass die Kraftfahrer langsamer fahren. Die Geschwindigkeitsbegrenzung per Schild allein genügt offenbar nicht.

Insgesamt ist es in der Expertenrunde auch noch einmal um den von Lasuv und Landkreis angeregten Gesamtrückbau der Kreuzung gegangen. Die Bushaltestelle wird nicht mehr angefahren, trotzdem ist auf den Fußwegen gegebenenfalls ein Winterdienst nötig. Mit dem Rückbau sollen jährlich Betriebskosten von mehreren Tausend Euro gespart werden. Die Straßenlampen bleiben jetzt schon dunkel. „Die Fußwege sollen auf jeden Fall bleiben, weil sie gebraucht werden – auch von Radfahrern, die von einem Ortsteil in den anderen unterwegs sind“, so Zaspel.