merken

Storchennachwuchs in Erksdorf

Gleich drei Jungstörche tummeln sich im Nest auf dem Schornstein an der Turnhalle. Aber wie groß sind ihre Chancen diesmal?

© Thomas Müller

Von Jens Fritzsche

Wenn Gastwirt Thomas Müller derzeit aus seinem Fenster im Obergeschoss seines Hotels an der Hauptstraße in Großerkmannsdorf schaut, dann braucht er dafür etwas mehr Zeit als sonst. Denn derzeit gibt’s hier eine Menge zu sehen. Im Nest auf dem Schornstein der Turnhalle gleich neben „Müllers Gasthof“ hat sich wieder ein Storchenpaar niedergelassen – „und haben drei Jungstörche im Nest, und wie es aussieht werden sie in diesem Jahr wohl auch überleben“, freut sich Thomas Müller. „Denn wie man sieht, sind die Jungvögel schon ganz schön groß!“, fügt er an.

Wandern
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

In den vergangenen Jahren war nicht immer so viel Grund zur Freude. So wie im vorigen Jahr zum Beispiel –  ein „Katastrophenjahr“, wie es Storchen-Experten für die Region nannten. Ein nicht enden wollender Winter, dann tagelanger Dauerregen und anschließende Mega-Hitze. Viele Jungstörche ertranken in ihren Nestern oder erfroren. Und die, die Kälte und Regen überlebten, hatten dann bei der brütenden Hitze keine Chance. Und überhaupt haben es Störche seit Jahren nicht mehr wirklich leicht – nicht nur im Raum Dresden. Naturschützer machen dafür unter anderem den Einsatz chemischer Unkrautbekämpfungsmittel in der Landwirtschaft verantwortlich, die auch für Lurche – und damit für einen wichtigen Teil der Nahrung für Störche –  kein Überleben zulässt. Zudem kritisieren Experten die Landwirtschaftspolitik der EU. Es werden zahlreiche hochhalmige Kulturen auf den Feldern gefördert: Raps, Wintergetreide, Mais. „Aber da geht kein Storch rein“, sagen die Experten.

Zumindest in diesem Jahr könnte es in Großerkmannsdorf aber wieder mal eine Erfolgsmeldung in Sachen Storchennachwuchs geben. Gastwirt Thomas Müller wird jedenfalls auch weiterhin „ein Auge“ aufs Nest haben.