Teilen: merken

Strände für Touristen und Platz für Vereine

Kristýna-See, Kulturhaus, Bibliothek: In Hradek n. N. wird in diesem Jahr viel gebaut. Auch in einer besonderen Villa.

© Roman Sedlácek

Von Petra Laurin

Hradek. Neuer Strand und neue Wege: Damit sollen die Besucher des Erholungsareals Kristýna-See bei Hradek nad Nisou (Grottau) zu Beginn der neuen touristischen Saison in diesem Jahr begrüßt werden. Die Arbeiten dafür laufen längst. „Die Bagger sind schon am See“, sagt Hradeks Bürgermeister Josef Horinka. Auch im vergangenen Herbst hat es bereits Arbeiten am Kristýna-See gegeben, unter anderem für eine neue Liegewiese. „Nun sind außerdem noch ein neuer Strand unterhalb des Wasserrettungsdienstes und neue Spielplätze geplant“, sagt Horinka.

Symbolbild Anzeige
Anzeige

Von Actionfilm bis Comic

Erwartungsvolle Spannung. Der Vorhang öffnet sich. Dann laufen 13 Kurzfilme über Sachsen. Neugierige können hier die Filme schon online sehen.

Hradek investiert in diesem Jahr rund vier Millionen Kronen (etwa 160 000 Euro) in die Verbesserung der Attraktivität seines beliebten Erholungszentrums am Stadtrand. Bis zum kommenden Winter sollen dabei unter anderem technische Bauvorhaben, wie Drainagen oder neue Gehwege abgeschlossen werden. Im kommenden Jahr werden die Terrassen und Spielplätze beendet, informiert der Bürgermeister. Das direkt an der Grenze liegende Erholungsareal Kristýna ist vor allem wegen klarem Wasser beliebt. Der See hat eine Fläche von ungefähr 14 Hektar, seine Maximaltiefe beträgt 28 Meter.

Bauarbeiten laufen in der tschechischen Stadt aber nicht nur am Kristýna-See, sondern auch direkt am Horní námestí, dem Obermarkt, wo im Kultur- und Veranstaltungshaus „Beseda“ die Sanitäreinrichtung saniert wurde. Das Gebäude befindet sich sowohl im städtischen Schutzgebiet, als auch auf der Liste staatlicher Kulturdenkmäler. Bereits zur Zeit der K.-u.-k.-Doppelmonarchie erfreute sich das Lokal unter den Grottauern sowie den Bewohnern der benachbarten Oberlausitzer Orte großer Beliebtheit. Die dritte große Baustelle der Stadt Hradek ist ein paar Schritte weiter, auf der anderen Seite des Marktplatzes, gleich neben dem Multifunktionszentrum „Tor des Dreiländerecks“. „An der Stelle der ehemaligen Bäckerei bauen wir eine neue städtische Bibliothek“, sagt Josef Horinka. Die dafür geplanten Baukosten betragen 20 Millionen Kronen (etwa 790 000 Euro). Bis jetzt war die Bibliothek in der s.h. Schubert Villa untergebracht, aber auch für dieses Gebäude ist eine Sanierung geplant. In den nächsten zwei Jahren soll aus der Villa mithilfe von Fördermitteln der EU ein neues Vereinszentrum werden. Die Kosten dafür betragen 30 Millionen Kronen (rund 1,185 Millionen Euro). „Zurzeit laufen die Bauvorbereitungen“, sagt der Bürgermeister. Nach der Sanierung soll unter anderem der Verein „Insel des Lebens“ in der Villa seinen Sitz haben, der karitative Projekte umsetzt. Auch der Verein Maják (Leuchtturm), der mit Schulkindern arbeitet und Hilfe für Familien anbietet, wird in die Villa ziehen.

Das imposante Gebäude samt großem Garten an der ul. Václavská, der Wetzwalder Straße, wurde 1924 als Zweitsitz des Zittauer Textilfabrikanten Hermann Schubert erbaut. Dieser betrieb im damaligen Grottau eine Spinnerei. Die Entwürfe für das Haus stammten vom berühmten Architektenbüro Lossow & Kühne, dessen bekanntestes Bauwerk der Leipziger Hauptbahnhof ist. „Obwohl die Villa in der Vergangenheit als Kindergarten und als Bibliothek genutzt wurde, blieb ein Großteil ihres ursprünglichen Aussehens mit zahlreichen Details erhalten“, sagt Josef Horinka. So sind alle Türen und Fenster, die Gestaltung der Lobby sowie die Treppe oder Einbauschränke und funktionstüchtige Holzjalousien erhalten. „Erst vor zwei Jahren wurde die Villa in die Liste der Baudenkmale des Landes aufgenommen“, so Horinka.