merken

"Straftaten in Ostritz häufen sich nicht"

Die Polizei hat nach einem SZ-Beitrag die Kriminalitätslage in der Stadt analysiert. Ergebnis: Zittau und Görlitz sind höher belastet. Zudem hat sie eine Botschaft.

Blick auf Ostritz. © Ronald Bonß

Die Polizeidirektion Görlitz hat nach einer Untersuchung der Kriminalitätslage in der Stadt Ostritz keine Häufung von Straftaten feststellen können. Das teilt Sprecher Thomas Knaup mit. Die Recherche ergab, dass vom 1. Januar 2019 bis 8. März acht Eigentumsdelikte vorliegen. Bei weiteren sechs Fällen blieb es beim versuchten Einbruch oder Diebstahl. 

Anlass für die Analyse war ein Anfang März in der SZ kostenpflichtig veröffentlichter Beitrag unter dem Titel "Die Diebe kommen jede Nacht". Darin schilderten zwei Einwohner, wiederholt Opfer von Einbrechern oder Dieben geworden zu sein. Das Ergebnis jedoch zeige, dass sich die Schilderungen nicht belegen ließen, so Knaup. 

Anzeige
Symbolbild Anzeige

Zur Probefahrt das perfekte Fahrgefühl 

Das kompakte Design und die Ausstattung sind beeindruckend: Jetzt mit dem neuen City-SUV T-Cross von Volkswagen davondüsen.

Die Kriminalpolizei bearbeitet die 14 Fälle und prüft Zusammenhänge. Ob es sich bei den Tätern um Ausländer oder gar dieselben Personen handele, könne jedoch erst nach dem Abschluss der Ermittlungen gesagt werden, erklärt der Sprecher. "Bis dahin bleibt Vieles Spekulation."

Sorgen werden ernst genommen

Die Polizei hat die Zahlen aus Ostritz einmal in Relation gesetzt: Demnach sind die Städte Görlitz (etwa 500 Eigentumsdelikte) oder Zittau (etwa 100) im selben Zeitraum um ein Vielfaches höher. "Beide Städte stellen für die Polizei seit Jahren den Schwerpunkt der Lage dar", berichtet Knaup. 

Dennoch nehme man die Sorgen der Ostritzer Bürger ernst. Bürgerpolizist, Streifen des Reviers Zittau-Oberland oder der Bundespolizei seien beinah jede Nacht - je nach Lage - in der Stadt präsent. "Dabei sind die Beamten nicht nur in Uniform im Einsatz, um gerade in den Nachtstunden in den zumeist menschenleeren Gassen nicht sofort aufzufallen", erklärt der Sprecher. Auch die Gemeinsame Fahndungsgruppe Neiße, besetzt mit Beamten aus Polen und Sachsen, ist in die Arbeit eingebunden.

Knaup besonders bedenklich gestimmt habe die Aussage aus dem SZ-Beitrag, wonach einer der Betroffenen es aufgegeben habe, jedes Mal die Polizei zu rufen. "Die Bürger, die meinen, mit dem Problem allein gelassen zu werden, schneiden sich so leider ins eigene Fleisch." Die Polizei könne die Kriminalitätslage nämlich nur dann objektiv bewerten, wenn jede Straftat angezeigt werde. 

Seine Bitte: Bürger sollen alle Vorfälle (sofort) anzeigen, insbesondere wenn ihnen nachts Fahrzeuge oder Personen auffällig vorkommen. Zudem verpflichtet Eigentum. "Viel zu oft stellen die Streifen bei ihren Kontrollen fest, dass auch zur Nachtzeit Garagen oder Schuppen unverschlossen bleiben", berichtet der Sprecher. Und niemand sollte eigenmächtig handeln. "Es ist ausschließlich Aufgabe der Polizei, Personen anzuhalten, zu kontrollieren oder gar festzunehmen."

Mehr Lokales unter:

www.sächsische.de/loebau

www.sächsische.de/zittau