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Straße von Krietzschwitz nach Neundorf ist wieder frei

Die Stadtwerke beenden am Freitag die Kanalbauarbeiten in dem Pirnaer Ortsteil – gleich doppelt ein Grund zur Freude.

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© Archivfoto: Kristin Richter

Von Thomas Möckel

Pirna. Ende April dieses Jahres erreichte der Baustellenüberfluss in Pirna seinen vorläufigen Negativ-Rekord: Eine Woche lang staute sich der Verkehr derart, dass es vielen Kraftfahrern den letzten Nerv raubte. Besonders zäh zuckelten die Autos über die B 172 vom Sonnenstein in die Stadt hinein, was zum einen an den vielen Einbahnstraßen in der Innenstadt lag, zum anderen aber auch einer weiter entfernten Baustelle geschuldet war: Die Straße von Krietzschwitz nach Neundorf war wegen Kanalbauarbeiten gesperrt, ein wichtiger Schleichweg fiel damit weg. Nach reichlich sieben Monaten ist dieser Engpass nun Geschichte.

Die Stadtwerke Pirna haben gemeinsam mit der beauftragen Firma Bistra Bau die Kanalbauarbeiten gemäß des gesteckten Zeitplanes abgeschlossen. Am Freitagnachmittag wird die Ortsdurchfahrt Krietzschwitz freigegeben, der Verkehr kann dann wieder über die Strecke von der B 172 hinunter nach Neundorf rollen. Das Ende der Arbeiten ist gleich doppelt ein Grund zur Freude: Einerseits haben Staugeplagte eine probate Ausweichstrecke wieder, andererseits besitzen die Krietzschwitzer jetzt eine zentrale Abwasserentsorgung sowie eine störungsfreie Trinkwasserleitung.

Die Stadtwerke hatten den Pirnaer Ortsteil seit 18. April an die öffentliche Kanalisation angeschlossen – eine Vorgabe des vom Stadtrat beschlossenen Abwasserbeseitigungskonzepts. Bislang entsorgten die Krietzschwitzer ihr Abwasser zumeist über dezentrale Einzelkläranlagen, deren Überläufe in den Krietzschwitzer Bach mündeten. Dieses Prozedere war schon allein aus Gründen der Gewässergüte nicht mehr zulässig.

Über 20 Grundstücke, auf denen insgesamt 77 Menschen wohnen, wurden nun an das zentrale Abwassernetz angeschlossen. Entlang der B 172 verlegten die Fachleute 389 Meter Schmutzwasser- und 388 Meter Regenwasserkanal. Im Ortskern kamen nochmals 600 Meter Schmutzwasserkanal dazu. Hinzu gesellten sich 32 Schächte und 21 Hausanschlüsse.

Und weil die Kanaltrasse einmal aufgebuddelt war, ließen die Stadtwerke gleich noch eine neue Trinkwasserleitung verlegen, die insgesamt reichlich einen Kilometer lang ist. Sie ersetzt die alten Rohre, die inzwischen in die Jahre gekommen und ziemlich störanfällig waren. Laut der Stadtwerke gab es in Krietzschwitz häufig Havarien, verursacht von Rohrbrüchen.

Mit der neuen Leitung hat auch ein Relikt der Vergangenheit ausgedient: Der Trinkwasser-Hochbehälter, stationiert am Abzweig nach Langenhennersdorf, geht außer Betrieb. Der Großtank, der bislang für den nötigen Wasserdruck sorgte, wird nicht mehr benötigt – weil es nun eine Trinkwasserleitung mit konstantem Druck von Neundorf nach Krietzschwitz gibt.

In den kommenden Wochen werden die Handwerker nun noch Restarbeiten an den Randbereichen der B 172 sowie der Ortsdurchfahrt Krietzschwitz erledigen, die den Verkehrsfluss allerdings nicht beeinträchtigen sollen.