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Straßenbau für sicheren Schulweg verzögert sich

Die Sanierung der Oberen Straße in Kiesdorf kommt wahrscheinlich erst 2019. Aus guten Gründen.

© Rafael Sampedro

Von Susanne Sodan

Kiesdorf. In dem Buswartehäuschen am Mühlweg hat jemand seine Brotschneidemaschine entsorgt. Genau neben dem Müllkorb. Abgesehen davon, ist das DDR-Buswartehäuschen am Mühlweg das am besten erhaltene in Kiesdorf. Hier geht sogar die Sonne auf. Ein Künstler hat das Häuschen vor Jahren innen mit einer bergigen Landschaftsmalerei verschönert. Niemand hat drübergekritzelt, die Scheiben sind auch noch heil. Dieses Buswartehäuschen wird bleiben. Ansonsten kommen alle anderen Unterstände an der Oberen Straße in Kiesdorf weg. Die Haltestellen werden erneuert, genauso wie die Obere Straße selbst. Aber nicht wie geplant im nächsten Jahr, sondern voraussichtlich erst 2019.

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Die Verschiebung der Straßensanierung ist die schlechte Nachricht für die Kiesdorfer. Die gute lautet: Der Wunsch der Anwohner nach einem Fußweg an der Oberen Straße wird erfüllt. Zumindest streckenweise wird ein Gehweg gebaut, und zwar zwischen der Kreuzung der Oberen Straße mit der S 128 bis zur Kreuzung mit dem Mühlweg, teilt Landkreissprecherin Julia Bjar mit. Es geht dabei in erster Linie um mehr Sicherheit für die Kiesdorfer Kinder auf ihrem Schulweg. Weil jetzt aber noch einmal umfangreiche Planungen nötig seien, beginnen die Arbeiten an Straße, Bushaltestellen und Fußweg erst später.

„Das war ein Selbstläufer“, sagt Schönau-Berzdorfs Bürgermeister Christian Hänel. Ursprünglich war geplant, lediglich die Fahrbahn der Oberen Straße, also der Kreisstraße 8617 instand zu setzen. Die K 8617 – sie verbindet Kiesdorf und Dittersbach – gilt nicht als Unfallschwerpunkt. Es ist aber trotzdem keine Freude, dort unterwegs zu sein. Die Strecke leidet unter Verschleißererscheinungen. Der Asphalt ist abgefahren, vor allem an den Rändern. Es gibt Schlaglöcher, an einigen Stellen ist die Fahrbahn im Querprofil abschüssig. Dazu kommt, dass viele der Durchlässe eine Erneuerung brauchen. Klar war von Beginn an, dass in zwei Abschnitten gebaut wird. Erst sollte die kürzere Dittersbacher Strecke dran sein, dann die längere Kiesdorfer. In Dittersbach ist die Schlaglochpiste bereits Vergangenheit, zu Schuljahresbeginn waren die Arbeiten abgeschlossen.

Für den Kiesdorfer Bereich wurde in den vergangenen Monaten noch geplant. „Es ging zunächst um die Bushaltestellen“, erklärt Christian Hänel. „Es gibt eine neue Richtlinie, wonach sie barrierefrei zu gestalten sind.“ Julia Bjar bestätigt, dass die Haltestellen nach den Standards der barrierefreien Mobilität auszubauen sind. „Dies wurde zwischenzeitlich entsprechend in die Planungen eingearbeitet“, teilt sie mit. Der Diskussion über die Bushaltestellen schloss sich die Frage nach Fußwegen an. Die Gemeinde Schönau-Berzdorf habe den Landkreis in der Bearbeitungsphase gebeten, im Interesse der Schulkinder einen Gehweg zwischen Mühlweg und S 128 herzustellen, so Julia Bjar. Christian Hänel erzählt: „Das kam von Bürgern, die in Kiesdorf neu gebaut haben.“ Auch mit Blick auf die Zukunft sei der Fußweg eine gute Idee. „Wir haben am Mühlweg eine Entwicklungsfläche“, sagt Hänel. „Und dort wird sich auch noch was entwickeln.“

Das bedeutet nun aber nochmal Papierarbeit. Für die geplanten Arbeiten müssen noch Flächen von anliegenden Grundstücken gekauft werden. Die Gespräche mit den Eigentümern sollen in den kommenden Wochen stattfinden, teilt Julia Bjar mit. Außerdem sind Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen wegen der zusätzlichen Versiegelungsflächen einzuplanen. Dazu sei im November eine Beratung mit dem Umweltamt vorgesehen. Die Träger öffentlicher Belange werden erneut angehört. Wenn dann das Baurecht besteht und alle Grundstücksfragen geklärt sind, könne der Landkreis Fördermittel beantragen. Erst wenn eine Zusage da ist, können die Arbeiten ausgeschrieben und schließlich umgesetzt werden. „Der Landkreis Görlitz bemüht sich, dass dies sobald wie möglich sein wird“, sagt Julia Bjar. „Jedoch benötigen die Schritte entsprechende Zeit, sodass ein Baubeginn im Jahre 2018 zumindest infrage steht.“

Der grobe Fahrplan ist aber geklärt: Die Obere Straße wird auf einer Länge von reichlich drei Kilometern instand gesetzt, von der Kreuzung mit der S 128 bis zur Kreuzung mit der S 129. Das heißt: Linienführung und Breite bleiben wie bisher, die Fahrbahn bekommt aber einen neuen Aufbau. Julia Bjar erklärt, was für die Bushaltestellen der Oberen Straße vorgesehen ist, angefangen bei der Kreuzung mit der S 128: Zwischen der Haltestelle an der Staatsstraße und der Haltestelle „Kiesdorf“ soll ein Buswartehaus entstehen, das beide Haltestellen verknüpft. Wegen des geplanten Gehweges, der von dieser Kreuzung aus gen Osten führt, soll die Haltestelle „Gasthaus“ wegfallen. An der nächsten Haltestelle, „Mühlweg“, gibt es zwei Wartehäuschen. Das mit der Gebirgsidylle soll erhalten bleiben. Das zweite auf der gegenüberliegenden Straßenseite kommt weg. Auch das Wartehaus der Haltestelle „Ziegelei“ wird abgerissen. Dafür kommen beidseitig zwei neue Fahrgastunterstände. Im bereits sanierten Streckenabschnitt in Richtung Dittersbach soll ebenfalls das vorhandene Häuschen durch ein neues ersetzt werden.