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Straßengeschichten aus Ottendorf

Der Medinger Werner Junitz veröffentlicht sein letztes Heft. Dafür hat er 15 Straßennamen unter die Lupe genommen.

© Thorsten Eckert

Von Nadine Steinmann

Ottendorf-Okrilla. Insgesamt 136 Geschichten zu Straßennamen der vier Ortsteile von Ottendorf-Okrilla hat der Medinger Werner Junitz erzählt, wenn jetzt das sechste und damit letzte Heft seiner Reihe „Straßengeschichten und weitere Beiträge zur Gemeinde Ottendorf-Okrilla“ erscheint. Die ersten fünf Hefte sind auf großes Interesse gestoßen und allesamt vergriffen. Jetzt hat der Autor das sechste Heft fertiggestellt. So mancher Einwohner hat durch die Geschichten die Besonderheiten von Straßen in Hermsdorf, Grünberg, Ottendorf und Medingen erst kennengelernt, vielleicht bei Spaziergängen auch aufgesucht. Nun können weitere Spaziergänge unternommen werden, denn in seinem neuesten Werk hat Werner Junitz neue Geschichten zu 15 Straßennamen aufgeschrieben.

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Was steckt beispielsweise hinter der Talstraße in Kleinokrilla? Und was hat es mit der Planstraße in Hermsdorf auf sich? Sie entstand im Krieg, als im Ort Behelfsheime für ausgebombte Familien gebaut wurden. Architekten benennen Straßen in bisher unbebauter Fläche zunächst als Planstraße, teils mit Nummer oder Buchstaben. In Hermsdorf blieb der Name stets erhalten. In der Grünberger Siedlung trauerten Anwohner über den Verlust ihres Straßennamens Am Eichelberg, während dieser Name neu an einer Medinger Straße auftauchte. Geschichten gibt es zudem zu den Straßen An den Erlwiesen, An der Mark, Am Waldeck, Auenweg, Am Sportplatz, Finkenweg, Zu der Kohlgrube und Wildparkring.

Örtliche Leben steht im Mittelpunkt

Im Krieg aufgewachsen und den Vater in eben jenem verloren, hat Werner Junitz für einen Beitrag zu den Jahren 1939 bis 1945 recherchiert. Das Allgemeine zu dieser Kriegszeit ist ja bekannt und wird in den oberen Schulklassen unterrichtet. Der Autor stellt aber das örtliche Leben in den Mittelpunkt. Wie kamen die Menschen mit dem Alltag zurecht? Mit dem Einkauf auf Marken, mit Luftschutzübungen, mit der Einquartierung von Soldaten, mit großer Wohnungsnot, mit ständiger NS-Propaganda und Überwachung? Gab es noch Sport, Vereinsleben, Tanz und Unterhaltung? Dabei lässt Werner Junitz auch grausame Verbrechen, wie die Erschießung französischer Kriegsgefangener am Heiligabend 1943 oder die Erschießung einer 18-jährigen russischen Zwangsarbeiterin am 27. April 1945 nicht aus. Außerdem berichtet er davon, wie sich die Ottendorfer gegen die vor Kriegsende befohlene Evakuierung des Oberdorfes zur Wehr setzten.

Das kommunale Leben zu DDR-Zeiten greift Werner Junitz in einem weiteren Beitrag ebenfalls auf. Und zum Jahr 1990 erhalten die Leser Informationen über den Beginn einer neuen Zeit. Wie im Heft vier für die Jahre 2013/14 werden nun im Heft sechs wichtige Kommunalentwicklungen für das Jahr 2015 dokumentiert. Beiträge gibt es zur geschichtlichen Entwicklung der Gemeindeverwaltung, zu den örtlichen Schulen und zum Bau und Betrieb des großen Klärwerkes von Ottendorf-Okrilla.

Erhältlich im Februar

Viele Bürger aus den Ortschaften der Großgemeinde haben nach Angaben des Autors mit ihren Kenntnissen und Erinnerungen zu den „Straßengeschichten“ beigetragen. Sicherlich wird auch das Heft sechs als Letztes der Reihe eine zahlreiche Leserschaft finden. Es kann in der Buchhandlung von Frau Müller-Kahler (Mükado, Poststraße 1) vorgemerkt werden. Erhältlich ist es voraussichtlich Ende Februar.